Das Berliner Modell: Die Baugruppe Spreefeld (2014), Architekten: ArGE Carpaneto, FAT Köhl, BAR Architekten, Die Zusammenarbeiter Fotos: Ute Zscharnt

Gemeinschaftlich Wohnen (1): Daheim

Wohnen in Gemeinschaft löst einige gesellschaftliche Probleme – das spricht sich herum. Einige Ausstellungen widmen sich momentan dem Thema. Wir besuchen sie. Heute: das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt.

Sauna oder Schwimmbad auf dem Dach, Zusatzzimmer und Gruppenräume, Waschküchen so gross wie Turnhallen – gemeinschaftliches Wohnen macht vieles möglich, nicht nur in Zürich, wie eine Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt zeigt. Die Kuratorinnen Annette Becker und Laura Kienbaum versammeln mehr als zwei Dutzend gebaute Projekte, die meisten davon in Deutschland, aber auch aus den Nachbarländern und wenige aus Übersee und Fernost. Sozial top sind fast alle, ökologisch vorbildlich die meisten, architektonisch hervorragend nicht so viele. Solche Beispiele zu finden sei nicht so einfach, sagt Annette Becker beim Gang durch ihre Ausstellung, viele der sozialbewegten Gruppen interessiere die Architektur einfach nicht.Der grosse Erdgeschossraum des Museums am Mainufer sieht selbst ein wenig aus wie eine leicht unaufgeräumte Wohngemeinschaft: Auf lockeren Tischscharen liegen Modelle, Fotos, Tabellen, Infos und Texte auf bunten Karten, eine Sofaecke mit einschlägiger Literatur bildet das Zentrum. Dass die Beispiele in den verschiedenen Ländern und Städten auf unterschiedliche politische und gesellschaftliche Kulturen fussen ist klar: In Berlin mit seiner Hausbesetzer-Geschichte überwiegt das von Architekten gesteuerte Baugruppenmodell und in Japan das architektonisch waghalsige Künstlerkollektiv, in Wien darf ein Gemeinschaftsschwimmbad nicht fehlen und Hamburg vertritt die bürgerliche Senioren-WG. Das Schweizer Genossenschaftsmodell ist mit dem Kraftwerk Heizenholz, der Kalkbreite und der kleine Unterengadiner Genossenschaft Chasa Reisgia vertreten – natürlich zu mager für unsere Augen. Doch spätestens das üppige Begleitprogramm macht klar: Die Ausstellung will nicht wissenschaftlich ausbreiten, einordnen und reflektieren, sondern etwas bewirken – vor allem beim fachfremdem Publikum. Sie will zeigen, dass es für alle Lebensabschnitte auch andere Wohnform...
Gemeinschaftlich Wohnen (1): Daheim

Wohnen in Gemeinschaft löst einige gesellschaftliche Probleme – das spricht sich herum. Einige Ausstellungen widmen sich momentan dem Thema. Wir besuchen sie. Heute: das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt.

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