Karikatur zum Thema von Ruedi Widmer Fotos: Ruedi Widmer

Geblähter Satzbau

Architekten bauen Texte aus dauerhaften Substantiven, felsenfesten Adjektiven und fundierten Fremdwörtern. Der Sinn bleibt aber oft zwischen den Zeilen stecken.

Körperhaftigkeit, Nutzungsdisposition, Horizontalität: Architekten schreiben eigenwillig, diplomatisch gesagt. Sie mögen Hauptwörter – solange man sie nicht anfassen kann. Lieber sind ihnen abstrakte Begriffe, als hätten sie genug von der realen Welt, in der sie bauen. Was man nicht berühren kann, ist allerdings schwer zu begreifen. Etappierung, Höhenstaffelung oder Geschossigkeit kapiert man noch. Bei der Materialität oder der Möblierbarkeit muss man sich schon anstrengen. Unter Kontextualisierung oder Massstäblichkeit schliesslich versteht ein Normalsterblicher kein Wort.Hauptwörter sind wie Häuser: träge, immobil und – ohne Nutzer – leblos. Doch selbst wo etwas passiert, verwenden viele Architekten sie gerne. Wörter, die etwas bewegen, stimmen sie skeptisch. Wenn möglich machen sie aus Tätigkeiten Hauptwörter: Das Haus wird einem Umbau unterzogen, der Putz ermöglicht die Eingliederung ins Quartier, durch die Schaffung einer Nische ist Platz für eine Garderobe. Und wenn Architekten ...
Geblähter Satzbau

Architekten bauen Texte aus dauerhaften Substantiven, felsenfesten Adjektiven und fundierten Fremdwörtern. Der Sinn bleibt aber oft zwischen den Zeilen stecken.

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