Redaktor Urs Honegger ist stolzes Mitglied der Seniorenmannschaft 40+ des FC Seefeld in Zürich.

Fussball, Architektur und Menschenrechte

Schweizer Architektur- und Baufirmen machen mit der Fussball-WM 2022 in Katar fette Geschäfte. Damit tragen sie eine Verantwortung für die dort ausgebeuteten Arbeiterinnen und Arbeiter.

Feiern Sie Fussball? Ich auf jeden Fall. Gerade läuft die Europameisterschaft. Die Austragungsorte sind über den ganzen Kontinent verteilt. Die Schweizer Nationalmannschaft zum Beispiel spielt innerhalb von acht Tagen zweimal in Baku, dazwischen einmal in Rom. Indem er die Teams derart herumjetten lässt, beweist der europäische Fussballverband Uefa, dass er den Kommerz über die gesellschaftliche, also auch ökologische Verantwortung stellt. Nächstes Jahr findet die Weltmeisterschaft der Fussballer in Katar statt. Dafür wird eine riesige Infrastruktur aus dem Wüstenboden gestampft. Die Hochglanz-Renderings der neuen Stadien rauschen bereits durch die Architekturblogs. Dass die Bauten von Zaha Hadid Architects, Albert Speer + Partner, Foster + Partners oder Arup Associates schon eine Woche nach der Veranstaltung nicht mehr gebraucht werden, wissen wir längst. Das ändert aber nichts an den medialen Loops. Gebaut werden die Stadien, Hotels und Strassen von rund zwei Millionen Menschen, die aus Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch, Sri Lanka, den Philippinen oder Kenia nach Katar ausgewandert sind, um Geld zu verdienen. Die ausländischen Arbeiter und Arbeiterinnen haben kaum Rechte, werden systematisch ausgebeutet und arbeiten unter menschenunwürdigen Bedingungen. Laut der britischen Zeitung ‹Guardian› sind seit der Vergabe der WM 6500 Menschen auf Katars Baustellen gestorben. Einfluss nehmen Das Emirat am Persischen Golf investiert rund 200 Milliarden US-Dollar in die WM. Davon profitieren auch Schweizer Architektur- und Baufirmen: Lafarge Holcim betreibt in Katar zwei Zementwerke, Sika hat eine Firma zur Produktion von Betonzusatzmitteln eröffnet – explizit im Hinblick auf die WM-Investitionen. Unter den Mitgliedern des ‹Swiss Business Council Qatar› finden sich durch ein Joint Venture vertreten die Ingenieurbüros Bonnard & Gardel und Geste Engineering aus L...
Fussball, Architektur und Menschenrechte

Schweizer Architektur- und Baufirmen machen mit der Fussball-WM 2022 in Katar fette Geschäfte. Damit tragen sie eine Verantwortung für die dort ausgebeuteten Arbeiterinnen und Arbeiter.

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