Ein solider Stadtbaustein an der Röntgenstrasse in Zürich 5. Fotos: Valentin Jeck

Fin de chantier: Wohnen nach Mass

Röntgenstrasse in Zürich, Ecke Luisenstrasse, gleich hinter den Bahngleisen und unweit der Langstrasse: Das war nicht gerade eine ideale Adresse für Eigentumswohnungen. Nun steht hier ein neues Mehrfamilienhaus mit sieben unterschiedlichen, auf die jeweiligen Bewohner zugeschnittenen Wohnungen.

Röntgenstrasse in Zürich, Ecke Luisenstrasse, gleich hinter den Bahngleisen und unweit der Langstrasse: Das war nicht gerade eine ideale Adresse für Eigentumswohnungen. So stand denn hier auch eine recht heruntergekommene Liegenschaft, in der überteuerte Wohnungen an Studenten vermietet wurden. Sie schätzten die pulsierende Gegend an der langen Ausgehmeile und bemängelten den fehlenden Komfort der sanierungsbedürftigen Wohnungen nicht.
Nun steht hier ein neues Mehrfamilienhaus mit sieben unterschiedlichen, auf die jeweiligen Bewohner zugeschnittenen Wohnungen. Fuhrimann Hächler Architekten haben ein kompaktes und schnörkelloses Wohnhaus aus Sichtbeton errichtet, das erst beim zweiten Blick als Neuling auffällt, da es sich gut in die Gegend einpasst. Das fünfstöckige Wohnhaus ist Teil einer für das Quartier typischen Blockrandbebauung und fungiert zudem als markanter Kopfbau. Ungleich hohe Erker geben der Fassade Dynamik und dem Gebäude städtebauliche Präsenz.
Die sieben Wohnungen sind seit Mitte April bezogen, das Erdgeschoss wartet noch auf einen repräsentativen Mieter und wird vorübergehend als Galerie von Katz Contemporary genutzt. In die Wohnungen gelangt man entweder über den Eingangsbereich mit Lift oder durch das bis in den ersten Stock offene Treppenhaus an der Hofseite. Je höher man im Haus empor steigt, desto gehobener werden die Wohnungen. Auf den ersten beiden Geschossen teilen sich jeweils zwei Parteien die Grundfläche. Ab dem dritten Stock befindet sich eine Wohnung pro Geschoss mit einem offenen Wohn- und Essbereich zur Röntgenstrasse und einem atemberaubenden Blick über die Gleise. Sichtbetonwände und -decken, Einbauschränke und ein dunkler Eichenriemenparkett sind überall vorhanden. Auf jedem Stock gibt es ein «Balkonzimmer» zum Hof, das je nach Präferenz anders ausgestattet ist. Einmal wirkt es mit Eichenriemenboden eher als Sommerzimmer, das nach aussen führt, weiter oben ist es primär Balkon, was durch Steinplatten und Glasschiebetüre unterstrichen wird.
Den krönenden Abschluss bildet das Attikageschoss, das durch eine Ausnahmebewilligung für fünf Stockwerke die Nachbarsgebäude überragt. Die loftartige Wohnung mit dem flexibelsten Grundriss hat zwar weniger Grundfläche, dafür einen zusätzlichen Balkon über der Luisenstras-se und einen eigenen Zugang zur privaten Dachterrasse.

Mehrfamilienhaus, 2011

Röntgenstrasse 10, Zürich
– Bauherrschaft: Stockwerkeigentümer der Liegenschaft Röntgenstrasse 10
– Architektur: Gabrielle Hächler, Andreas Fuhrimann Architekten Zürich.

– Planung und Realisierung in Zusammenarbeit mit XPACE Architektur, Zürich
– Generalunternehmung: Emwe Architekten
– Kosten (BKP 1–9): CHF 5,1 Mio.

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