In einer schmalen Ausführung kann das Südmodul als Kulturanzeiger dienen. Fotos: Luxwerk Candrian / Jaggi

Fin de Chantier: Arkadia beim Hallenbad

Beim Hallenbad von Buchs im Rheintal steht der Prototyp einer neuen Bushaltestelle. Der Besteller heisst Südkultur und ist eine Kulturanstrengung des Kantons mit den Gemeinden und Städten im Süden St.Gallens.

Beim Hallenbad von Buchs im Rheintal steht der Prototyp einer neuen Bushaltestelle. Dieses Möbel, entworfen von den Architekten Peter Hutter und Ivo Mendes Barão, setzt alles auf eine Idee: Ein wackeres, 25 Millimeter dickes und rohes Stahlblech stösst aus dem Boden, wird zur Fläche, steigt in die Höhe und neigt sich hoch oben in einem dramatischen Bogen wieder Richtung Erde. In den Abschluss ist ein in Portugal geblasenes, 1,5 Meter langes Glasrohr für die Beleuchtung eingebaut, und an der Rückwand können Plakate aufgeklebt werden. Das so geformte Blech S355 trägt und birgt damit die wichtigsten Funktionen einer Haltestelle. Dazu kommt lediglich eine massive Holzbank, deren Seitenlehnen Wetterschutz und Zeichen sind und Geborgenheit vermitteln. Die Haltestelle wird derzeit als Prototyp getestet und — wenn sie sich bewährt — quer durch den Süden St. Gallens aufgebaut. Bemerkenswert ist auch der Besteller: Er heisst Südkultur und ist eine Kulturanstrengung des Kantons mit den Gemeinden und Städten im Süden St.Gallens. In die Kulturförderung von Südkultur gehört eben auch die Baukultur. Also hat der Verein einen Wettbewerb unter Architekten und Designerinnen für die Haltestelle veranstaltet. Das System des Möbels ermöglicht flexible Antworten auf verschiedene Anforderungen. Je breiter das Blech, umso grösser die Wandfläche und desto mehr Funktionen können Platz finden. umgekehrt kann das Möbel in einer kleinen Ausführung auch nur eine Tafel aufnehmen — etwa in der Gemeinde Pfäfers den Kulturzeiger, auf dem der Turnverein sein Kränzli und das Dorftheater seine Premiere anzeigen. Die Haltestelle wirkt ungewohnt. Als sie neulich in Buchs eingeweiht worden ist, gab es denn auch allerhand Murren und Knurren. Man wolle an der Haltestelle keine Kunst, sondern einen einfachen Zweckbau, wo man unterstehen und trockenen Fusses auf den Bus warten könne. Die Haltestelle ist aber geglückt, denn sie bietet eine erfrischende Abwechslung zu den sonst oft trostlosen, genormten Haltekisten.

BUSHALTESTELLEN SÜDMODUL, 2012

Buchs; Pfäfers SG
– Bauherrschaft: Südkultur, Amt für Kultur, St. Gallen
– Architektur: Barão-Hutter.atelier, Zürich und Porto
– Auftragsart: Wettbewerb
– Kosten: Kulturzeiger CHF 10 000.–; Haltestelle CHF 37 000.–

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