Plexus kragt über dem Haupteingang aus und bietet damit einen grosszügigen Empfang. Fotos: Thomas Jantscher / Géralde Scibos

Fin de Chantier: Architektur der Wellen

«Plexus» der Groupe E in Grange-Paccot wirkt wie ein Torbau an der Einfallstrasse von der A12 nach Freiburg. Wellen dienten als Entwurfsmetapher — ein Bezug zur Wasserkraft.

«Plexus» der Groupe E in Grange-Paccot wirkt wie ein Torbau an der Einfallstrasse von der A12 nach Freiburg, die täglich von 30 000 Fahrzeugen passiert wird. Salvatore Chillari / IPAS Architekten aus Neuenburg waren beauftragt, für den grössten Ökostromproduzenten der Schweiz ein neues Verwaltungsgebäude zu erstellen. Die Architektur sollte aufzeigen, dass Groupe E sich als zuverlässiges, rund um die Uhr operierendes Expertenteam versteht. Innen sollte eine abteilungsübergreifende Kommunikation möglich sein. Wellen dienten als Entwurfsmetapher — ein Bezug zur Wasserkraft. Der Raum und die Fassade schwingen sich entsprechend auf und ab und überwinden ganze Stockwerke. Über dem grosszügigen Haupteingang kragt das Gebäude weit aus und lässt in den baumbestandenen Innenhof blicken. Auch in seiner Mitte hebt sich das Gebäude vom Boden und gibt den Blick von der Strasse auf eine Terrasse frei.
Die Konstruktion aus Stahl und Stützen aus Massivbeton mit Diagonalverstrebungen und vorgespannten Decken ermöglicht in einem Raster von 16 auf 17 Meter weite Auskragungen und Räume mit grossen Spannweiten. Die Doppelhaut der Glashülle sorgt für Temperatur- und Schallschutz und erfüllt den Minergiestandard. Hundert Meter tiefe geothermische Sonden, Fotovoltaik auf dem Dach und Wärmepumpen ermöglichen eine dezentrale, kontrollierte, mechanische Klimatisierung. Schalldämmender, zellstoffbasierter Schaum bedeckt Wände und Decken, die man ursprünglich als Sichtbeton erhalten wollte. Die Haustechnik liegt in Hohlböden verborgen. Das gesamte Gebäude gilt als ein einziger durchgehender Brandabschnitt, weil die Fluchtwege über Rampen und Treppen von jeder Stelle höchstens 15 bis 20 Meter entfernt liegen.
Der aus unregelmässigen Vierecken gebildete Grundriss öffnet und verengt sich, und Terrassen auf den geneigten Flächen gliedern den Raum. In diesem pulsierenden «Open Multi Workspace» wird jede Aktivität öffentlich. Auch in den eingestellten, verglasten, schalldichten Konferenz-, Einzel- und Gruppenzellen wie auch im begehbaren Atrium für Raucher und Frischlufthungrige bleibt man für die Kollegen jederzeit sichtbar.


Plexus, 2011

Route de Morat 8, Granges-Paccot Fr
- Bauherrschaft: Groupe E SA, Granges-Paccot
- Architektur: Salvatore Chillari, IPAS architectes Sa,Neuchâtel
- Bauingenieur: MGI Partenaires Ingenieurs Conseils Sa
- Haustechnik: Enerconom AG, Bern
- Landschaftsarchitektur: In Situ SA, Montreux
- Auftragsart: internationaler offener SIA-Wettbewerb

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