Cover «Urlaubsarchitektur. Die schönsten Ferienhäuser zum Mieten»

Die Ferienbibel

Wer Stil hat und gerne stilvoll lebt, tut das auch in den Ferien. Daher rennt das Buch «Urlaubsarchitektur» offene Türen ein – nicht nur bei Architekten.

2007 begann der Hannoveraner Architekt Jan Hamer Infos zu besonderen Ferienhäusern zu sammeln. Zuerst für sich, dann machte er seine Sammlung über die Website www.urlaubsarchitektur.de allen zugänglich. Daraus ist in den letzen Jahren eine Datenbank mit derzeit 240 Häusern entstanden, die Hamer laufend erweitert und von der der Architekt zusammen mit Christiane Pfau auch ein «best of» in Buchform herausgibt. 44 Objekte fasst die dieses Jahr erschienene, dritte Ausgabe von «Urlaubsarchitektur. Die schönsten Ferienhäuser zum mieten» zusammen. Die Häuser werden jeweils auf zwei Doppelseiten mit Text und Bild präsentiert und sind nach Ländern geordnet, Deutschland nimmt mit 13 Objekten am meisten Platz ein. Die Bandbreite der Ferienperlen ist gross: Von einem originalgetreu eingerichteten Taut-Haus aus den 1930er Jahren in der Berliner Hufeisensiedlung über die filmreife Casa Nettuno aus den 1950er Jahren von Michele Busiri Vici in der Felsenküste südlich von Rom bis hin zur vor ein paar Jahren von der Innenarchitektin Ulla Wälder umgebauten Vorsässhütte im Kleinwalsertal. Auch die Schweiz ist mit Zumthors Ferienhäusern in Leis und zwei weiteren Bauten in Graubünden vertreten. Hamer und Pfau mischen private Ferienwohnungen und -häuser im Buch wie auf der Website mit kommerziellen Anbietern wie Hotels oder B&B. Zwar sind die privaten Ferien-Perlen in der Überzahl, doch die Vermischung von privat und kommerziell nimmt der Sammlung etwas von ihrem sympatischen, persönlichen und eigenständigem Blog-Charakter.

Geschickt ist die mediale Verknüpfung von Print und Web: Das Buch ist eine eigenständige Publikation, macht aber als Gastgeschenk und Coffetable Book wunderbar Werbung für die Website und ist ein kurzweiliger und praktischer Vorgeschmack auf die viel grössere digitale Sammlung. Die Website ist zwar weniger handlich und einladend wie das Buch, dafür erleichtern eine Europakarte mit allen Objekten die Suche. Gängige Ferienhaus-Portal-Suchfunktionen, wie «Golf», «Strand», «mit Hund» oder «Hütte» und «Ferienhaus» ermöglichen zielgerichteteres Schmökern. Bis 2010 war die Homepage für Mieter wie Anbieter kostenlos; Letztere zahlen seit drei Jahren einen Jahresbeitrag und können Anzeigen schalten.

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