Das Felix-Platter-Spital von Fritz Rickenbacher und Walter Baumann von 1967.

Felix-Platter-Spital: Abriss oder nicht?

Das Felix-Platter-Spital in Basel ist ein typischer Bau der frühen 1960er-Jahre. Wenn es nach dem Regierungsrat des Kantons Basel Stadt geht, wird das Haus bald nicht mehr sein. Eine Vortragsreihe thematisiert Alternativen.

Das Felix-Platter-Spital in Basel ist ein typischer Bau der frühen 1960er-Jahre mit gegliederten Fassaden und filigranen Betonelementen, die die Nutzung im Innern nach aussen tragen. Die Architekten Fritz Rickenbacher und Walter Baumann erstellten das 100 Meter lange und 35 Meter hohe Gebäude zwischen 1961 und 1967.

Wenn es nach dem Regierungsrat des Kantons Basel Stadt geht, wird das Haus bald nicht mehr sein. Nebenan entsteht nämlich bis 2018 ein viergeschossiger Neubau, der auf die Bedürfnisse der «Altersmedizin der Zukunft» abgestimmt ist. Nachdem die Regierung zunächst davon sprach, das alte Haus stehen zu lassen und in erschwinglichen Wohnraum umzubauen, machte er im März eine Kehrtwende: Er will das Areal an Genossenschaften abgeben und diesen «möglichst wenig einschränkende Rahmenbedingungen» bieten – sprich: das Haus abbrechen.

Tina Ekener, Tabea Michaelis und Ben Pohl finden, dass es sich die Regierung damit zu einfach macht. Oder vielmehr interpretieren sie den Regierungsratsbeschluss «als Einladung, ergebnisoffen über die Möglichkeiten und Positionen, die Potenziale, Nutzungsoptionen und den Umgang mit bestehenden Gebäuderessourcen zu diskutieren».

Zu diesem Zweck organisierten sie eine dreiteilige Vortrags- und Diskussionsrunde unter dem Titel «Denken, Bauen, Wohnen – Ressourcen schonen!». Darin soll die Frage erörtert werden, welche Potentiale in den bestehenden Strukturen angelegt sind, die durch einen Abriss unwiederbringlich verloren gingen.

17. November

Jean-Philippe Vassal: Der Architekt (Lavaton & Vassal Architectes, Paris) ist überzeugt, dass auch Quartiere und Gebäude, die als schlecht oder gar als abbruchreif gelten, das Potential haben, einzigartige und auch ökonomisch erfolgreiche Orte zu werden. Dies hat das Büro in etlichen Sanierungs- und Umbauprojekten bewiesen, für die es beispielsweise 2008 in Frankreich mit dem Grand Prix National d’Architecture ausgezeichnet wurde (Vortrag auf Englisch).

24. November

Bernd Kniess, Hafen-City Universität, Hamburg

1. Dezember

Marie Antoinette Glaser, Wohnforum ETH Zürich


Die Vorträge beginnen jeweils um 19 Uhr im Felix-Platter-Spital, Burgfelderstrasse 10, Hauptgebäude 1, Grosser Saal.

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