Zwischen einem Heukorb und einem Betonbaum schreitet der Landschaftsarchitekt Lorenz Eugster durchs Elefantenhaus in Zürich. Die Totholz-Eichengruppe unterteilt die Halle. Fotos: Giuseppe Micciché

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Mehr als zehn Millionen Franken über Budget, zwei Jahre Verzögerung: Der Elefantenpark des Zürcher Zoos war eine Tour de Force. Doch der Aufwand hat sich gelohnt.

Mehr als zehn Millionen Franken über Budget, zwei Jahre Verzögerung: Der Elefantenpark des Zürcher Zoos war eine Tour de Force. Doch der Aufwand hat sich gelohnt.Immer wieder wurde in Zürich der Ruf nach einem architektonischen Leuchtturmprojekt mit internationaler Ausstrahlung laut. Ohne grosses Aufsehen zu erregen, hat der Zoo Zürich nun einen solchen (privat finanzierten) Leuchtturm hingestellt – er ist allerdings flach und duckt sich in eine künstliche Lichtung am Waldrand des Zürichbergs. Der Weg bis zur Eröffnung des Elefantenparks mit dem Namen Kaeng Krachan war aber lang und steinig. Denn eine Anlage in dieser Form gab es noch nie. Der Bau ist ein Prototyp von der Bauaufgabe, von der Konzeption, aber auch von der Konstruktion her. Weder Bauherrschaft noch Planer konnten gross auf Erfahrungen anderer zurückgreifen, geschweige denn, sie ins Projekt einfliessen lassen.Die Tour de Force begann schon beim abfallenden Gelände nördlich der bestehenden Zooanlagen. Es war eine Herausforderung für die Einbettung des Parks, die sich der Zoo möglichst ‹ naturnah › wünschte. Die Landschaftsarchitekten unterteilen die rund 10 000 Quadratmeter grosse Parzelle hälftig in ein Aussengehege und eine Halle. Der Park fängt das natürliche Gefälle auf, denn die Aussenanlage und die Halle sind in den Hang hineingetreppt. Er ist eine Art Lichtung in einem teilweise neu angelegten Wald. Die Aussenanlage ist einem ausgetrockneten Flussbett nachempfunden. Fast jeder Quadratzentimeter ist künstlich. Spezialisierte Bühnenbildner und Künstler haben etwa die ‹Felswand›, die die Aussenräume gegen den Hang abschliesst und sichert, in aufwendiger Handarbeit gestaltet. Heute sehen einige der 2000 Kubikmeter Beton aus wie Nagelfluh.Das neue Aussengehege muss viel mehr leisten als das alte: Hier finden etwa ein Kuh-Kalb-Abteil, ein Gehege für zwei Bullen, mehrere Badeb...
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