Aus den Büros in Muttenz wurden Studentenwohnungen. Das Restaurant im Erdgeschoss und die Zahnklinik im obersten Stock sind jedoch geblieben. Fotos: Julian Salinas

Einfach gut

Die Schweiz baut teuer. Doch es gibt auch Akteure, die am anderen Ende des Spektrums entwerfen. In Muttenz haben Sabarchitekten in einem Bürohaus mit einfachsten Mitteln temporäre Wohnungen für Studierende eingerichtet.

Hochgeschraubte Normen, endlose Erwartungen: 
Der Bau aus den späten Sechzigerjahren steht auf einem Areal, das sich entwickeln soll. Doch bis alle Parteien an einem Tisch sind und ein Projekt steht, wird es noch Jahre dauern. Als die Hauptmieterin, die Rennbahnklinik, letztes Jahr auszog, fragte sich die Pensimo Fondsleitung: Was tun? Leer stehen lassen? Denn für die Büros findet sich kaum ein Mieter. Oder zwischennutzen?
Pensimo entschied sich für Letzteres, zum Glück für die Studierenden, die ab 2020 im nahen Neubau der Fachhochschule lernen werden. Bestand und Budget definierten das Projekt, das für zehn Jahre bewilligt ist. «Wir haben den Entwurfsprozess umgekehrt», erklärt Architekt und Dozent Dominique Salaté. «Erst kommt der Preis, dann was damit möglich ist.» Die Fassade haben die Architekten nicht angerührt. Um den Lärm zu reduzieren, liegen die Schlafzimmer auf der Strassen abgewandten Seite. In den gestaffelten Rohbau zogen die Architekten Leichtbauwände ein, um WG-Wohnungen und möblierte Zimmer einzurichten. Die Böden sind nur geschliffen, die Installationen werden offen unter der verbrauchten Sichtbetondecke geführt.
Dank gezielter Eingriffe kippt die Stimmung nicht ins Schäbige. Die weisse Farbe zeichnet einen Fries auf den grauen Gipskartonplatten ab. In den Zimmern sorgen Sperrholzplatten für Wärme. Auch bei den Schränken oder Kücheninseln setzen die Architekten mit Holz Akzente, die das Ganze zusammenbinden. Elegant ist der Schreibtisch, entworfen vom Designer Kuno Nüssli. Im Übrigen war Improvisation gefragt, denn jeder Rappen zählte. Die Küchenkombination kommt von Ikea, der Bürostuhl von Micasa, Lavabo und Plättli in der Küche sind Restposten.
Der Umbau brauchte Ausnahmebewilligungen beim Lärm- und beim Brandschutz. «Aber alle zogen am gleichen Strick, Kanton, Gemeinde, Investor», schildert Salaté. Trotz der minimalen Eingr...
Einfach gut

Die Schweiz baut teuer. Doch es gibt auch Akteure, die am anderen Ende des Spektrums entwerfen. In Muttenz haben Sabarchitekten in einem Bürohaus mit einfachsten Mitteln temporäre Wohnungen für Studierende eingerichtet.

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