Wahrzeichen unter dem Wasserspiegel: Architekt Christoph Kellenberger will mit einem begehbaren Loch im See Touristen nach Zürich locken. Fotos: zVg, Christoph Kellenberger

Ein Wahrzeichen für Zürich

Zum Jubiläum der Maag Halle geben die Organisatoren ein Büchlein heraus, in dem kreative Köpfe aus der Limmatstadt 66 Ideen für einen «Eiffelturm für Zürich» skizzieren.

Die Maag Halle in Zürich feiert dieses Jahr einen runden Geburtstag. Seit zehn Jahren bringen die beiden Organisatoren Darko Soolfrank und Guido Schilling im Haus Kultur auf die Bühne. In der Zeitspanne konnten sie beobachten, wie der Prime Tower daneben in die Höhe wuchs. Das Hochhaus ist ein Symbol für das neu gebaute Zürich-West. Wie lange in seinem Schatten noch Platz bleibt für kreative Nischen, ist ungewiss. Der Vertrag der Maag Halle läuft derzeit bis 2015. Soolfrank und Schilling schrecken trotzdem nicht zurück vor Leuchtturmprojekten. Sie finden gar, dass Zürich ein aussagekräftiges Wahrzeichen fehlt. Zum Jubiläum geben die beiden darum ein keckes Büchlein heraus, in dem kreative Köpfe aus der Limmatstadt 66 Ideen für einen «Eiffelturm für Zürich» skizzieren. Darunter finden sich Autoren, Filmregisseurinnen oder Komiker. Designerinnen sind nur deren vier vertreten, Architekten sogar nur drei. Die meisten Visionen, die der Zwinglistadt die Angst vor dem Monumentalen nehmen wollen, kommen denn auch von anderer Seite. Der Gastronom Marc Blickensdorfer will ein riesiges Minarett auf den Sechseläutenplatz stellen, als Zeichen «unserer unsäglichen Toleranz und Weltoffenheit». Der Schriftsteller Michel Bozikovic plant ein gläsernes Ufo, das über dem Zürichsee schwebt. Und Johannes Gees schreibt einen Architekturwettbewerb für das Grossmünster aus. «Seit über 150 Jahren wurde nur noch renoviert und rückgebaut, nachdem zuvor Jahrhunderte lang neu- und ausgebaut wurde», schreibt der Künstler. Der poetischste Vorschlag kommt vom Architekten Christoph Kellenberger. Auf dem Zürichsee will er eine «Leerstelle» schaffen, ein Krater, in den das Wasser in die Tiefe rauscht. Unten steht man 25 Meter unter der Wasseroberfläche und nimmt nichts von Zürich wahr, nur Himmel und Nass.Doch was in Zürich gebaut werden will, muss nüchtern sein. Das wissen wir nicht ...
Ein Wahrzeichen für Zürich

Zum Jubiläum der Maag Halle geben die Organisatoren ein Büchlein heraus, in dem kreative Köpfe aus der Limmatstadt 66 Ideen für einen «Eiffelturm für Zürich» skizzieren.

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