Viktor Martinowitsch Fotos: Flurin Bertschinger, Ex-Press

«Ein unerklärliches Gefühl von Freiheit»

Während eines halben Jahres lebte Viktor Martinowitsch in einem Haus von Ernst Gisel. Dabei lernte der Schriftsteller endlich verstehen, was Konstruktivismus wirklich ist.

Aus dem Englischen übersetzt von Thomas Bodmer. Ich wurde in der UdSSR geboren und verbrachte meine Jugend in einem neunstöckigen Plattenbau vom Typus M111–90. Das ‹Zentrale Forschungs- und Experimentelle Planungsinstitut für Wohnungsbau und öffentliche Gebäude› in Moskau hatte diesen Typus 1971 entwickelt und 1975 den Bedürfnissen der Provinzen angepasst. Damit es schneller ging, wurden überall in der Sowjetunion die gleichen M111–90-Bauten hingeklotzt. Es gab Tausende davon. Ein M111–90-Bau war hässlich und nicht einmal funktionell. Kein einziger meiner Freunde und Nachbarn mochte diese Gebäude. Vielmehr hassten wir die Häuser, die wir bewohnten. Wir nannten diese grauen Quader ‹Streichholzschachteln›. Jede sah genau gleich aus wie die andere. Ging man nachts spazieren, konnte man den eigenen M111–90 leicht mit einem anderen verwechseln. In der populären sowjetischen Fernsehkomödie aus dem Jahr 1975, ‹Ironie des Schicksals›, gerät ein Betrunkener nach einer Silvesterpar...
«Ein unerklärliches Gefühl von Freiheit»

Während eines halben Jahres lebte Viktor Martinowitsch in einem Haus von Ernst Gisel. Dabei lernte der Schriftsteller endlich verstehen, was Konstruktivismus wirklich ist.

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