Ein bunter Abend im Alpinen Museum

An der Finissage der Ausstellung «Constructive Alps» über nachhaltiges Bauen in den Alpen lud das Alpine Museum zu einem bunten Abend über Raumentwicklung in den Alpen ein. Köbi Gantenbein trug dazu drei kleine Essais vor. Maria Lezzi, die Leiterin des Amtes für Raumentwicklung des Bundes, und Hans-Georg Bächtold, Direktor des SIA, haben lebhaft diskutiert und man war sich einig, wie schön die Chormusik aus dem Berggebiet klingt. Lesen Sie die drei Essays.

An der Finissage der Ausstellung «Constructive Alps» über nachhaltiges Bauen in den Alpen lud das Alpine Museum zu einem bunten Abend über Raumentwicklung in den Alpen ein. Köbi Gantenbein trug dazu drei kleine Essays vor. Dazu spielte er Gesänge von Corin Curschellas vor.1. Der Klang des BergesAus der Musikmaschine klingt das melancholische Lied «Allas Stailas». So klingt es, geschätztes Publikum, wenn ein alter kranker Mann in den Alpen sterbend zu den Sternen singt und Trost sucht. «Oh sagt mir, ihr lieben Sterne am Himmel, warum lebt man auf Erden bloss einen kurzen Augenblick?» Das ist eine Hymne der Rätoromanen, komponiert von Tumasch Dolf einst, gesungen heutig von Corin Curschellas. Nur noch der Altledige, zittrige Sep Antoni hält als Pur suveran zäh am Heimetli seiner Familie fest. Und raucht dazu eine Brissago. Bald muss er ins Altersheim. Dort klagt er zu den Sternen vor dem Sterben. Das ist ein Bild, das Raumplaner und Urbanistinnen weiten Teilen des Alpenbogens zumuten. «Alpine Brache» sagten sie ihrer Erkenntnis einst, später raunten sie «Potentialarmer Raum»: Alle springen fort, alles ist verloren, alles vergebens, alle abhängig vom Finanzausgleich, eine Last für Zug, Zürich und so weiter. Sep Antonis Landschaft, Kultur und Leben wird zur Bedrohung für den Steuerfuss-Senker und metropolitanen Standortdesigner verdüstert. Doch Sep Antoni und die Seinen von der Brache sind leidenschaftliche Sänger. Nimmt man zum Beispiel die Chordichte der Val Lumnezia und vergleicht sie mit der von Wollerau und Umgebung, so ist die Brache samt dem Potential anderswo. Im Lugnez ist die Sängerdichte pro Einwohner gewiss zwanzig Mal höher als in Ausserschwyz. Und das hat Tradition. Und das ist Lebensart heute. Die Alpentäler vom Osten Sloveniens bis zum Ausläufer in Nizza verfügen über eine reiche Liedgeschichte. Corin Curschellas aus Rueun in der Surselva, hat d...
Ein bunter Abend im Alpinen Museum

An der Finissage der Ausstellung «Constructive Alps» über nachhaltiges Bauen in den Alpen lud das Alpine Museum zu einem bunten Abend über Raumentwicklung in den Alpen ein. Köbi Gantenbein trug dazu drei kleine Essais vor. Maria Lezzi, die Leiterin des Amtes für Raumentwicklung des Bundes, und Hans-Georg Bächtold, Direktor des SIA, haben lebhaft diskutiert und man war sich einig, wie schön die Chormusik aus dem Berggebiet klingt. Lesen Sie die drei Essays.

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