Wurde für den starken plastischen Ausdruck ihrer Bauten geehrt: Architektin Silvia Gmür Fotos: zVg

Drei Mal Kunst, drei Mal Architektur

Das Bundesamt für Kultur verlieh den diesjährigen Prix Meret Oppenheim. Es ehrt die Architektin Silvia Gmür, das Architekturduo Patrick Devanthéry und Inès Lamunière sowie drei Künstlerinnen.

Zum elften Mal würdigt der Bund mit dem Preis Künstler, Kunstvermittlerinnen und Architekten, die über 40 Jahre alt sind. Je eine Auszeichnung geht an die Kunstschaffenden John M Armleder, Guido Nussbaum und Ingeborg Lüscher. Daneben ging der Prix Meret Oppenheim an eine Architektin und ein Architekturduo. Die Jury lobt Silvia Gmür für ihre «prägnante Sprache ausserhalb des Mainstreams». Ihre Bauten überzeugten durch «einen starken plastischen Ausdruck» und die «besondere Aufmerksamkeit für das Zusammenspiel von Material, Oberfläche, Licht und Bewegung». So habe die Architektin in den letzten Jahren einen «eigenen Akzent von klassischer Schönheit» gesetzt. Zu ihren jüngsten Bauten zählen das IRM-Gebäude in St. Gallen und das Zweifamilienhaus Casa ai Pozzi in Minusio, das Hochparterre letztes Jahr mit einer Hasen-Anerkennung ehrte.

Die zweite Auszeichnung im Bereich Architektur geht in die Westschweiz. Patrick Devanthéry und Inès Lamunière erhielten den mit 35'000 Franken dotierten Preis für ihren sorgfältigen Umgang mit dem Bestand. Insbesondere bei Umbauten und Erweiterungen würden die beiden das Gegebene mit eigenständigen neuen Formen ergänzen, «ohne das Bestehende mit einer Autorenarchitektur zu überdecken». Neben ihrer Bautätigkeit lehrten die beiden Romands an verschiedenen Hochschulen, unter anderen an der EPFL und an der Universität Harvard. Zuletzt haben sie das Gebäude des Westschweizer Fernsehens in Genf saniert und das Zentrum Philip Morris International in Lausanne gebaut.
Die Preisverleihung des Prix Meret Oppenheim 2011 findet am 21. Oktober in Genf statt. Eine Beilage im Kunst-Bulletin Ende Monat stellt die Preisträger vor.

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