Die Röhrenkollektoren sammeln vor den Fenstern des Hotels Muottas Muragl Sonnenstrahlen ein. Fotos: zVg

Die Watt-Gewinner

Zum sechsten Mal verleiht das Bundesamt für Energie dieses Jahr den «Watt d’Or» für herausragende Energieprojekte. In der Kategorie Gebäude geht der Preis an das sanierte Hotel Muottas oberhalb von Samedan.

Zum sechsten Mal verleiht das Bundesamt für Energie dieses Jahr den «Watt d’Or» für herausragende Energieprojekte. In der Kategorie Gebäude geht der Preis an das sanierte Hotel Muottas Muragl oberhalb von Samedan. Die Wahl ist keine Überraschung. Das erste Plusenergie-Hotel Europas wurde bereits mit dem Schweizer Solarpreis 2011 ausgezeichnet. Auf 2456 Meter über Mehr generiert es mehr Energie, als es verbraucht. Sonnenkollektoren auf dem Dach der Bahnstation und vor den Fenstern sammeln Wärme. Ebenfalls angezapft wird die Abwärme des Bahnbetriebs und der Kühlanlagen der Küche. Photovoltaikpaneele entlang der Bahnlinie liefern den gesamten Strom für Restaurant und Hotel. 16 Erdsonden fördern Wärme zu Tage oder speichern überschüssige Sonnenenergie im Boden. Das Energiekonzept funktioniert: Bereits im ersten Jahr stand in der Energiebilanz des Hauses ein Plus.

Im Bereich Gesellschaft geht die Auszeichnung an die Stadt St. Gallen für ihr Energiekonzept 2050. Bis in 40 Jahren will sie den Energiebedarf für Raumwärme und Warmwasser halbieren. Dazu setzt die Stadt unter anderem auf Geothermie und will fünf Kilometer unter der Erde nach heissem Wasser bohren. Auf Strassenniveau innoviert die Stadt Genf. Sie erhält den Watt-Preis für eine neuartige LED-Lampe, die warm wie eine Glühbirne leuchtet, aber 90 Prozent weniger Energie verschleisst. In den übrigen Kategorien geht die Auszeichnung an das Biomassenzentrum in Spiez, das aus Grünzeugs Strom und Wärme produziert, und an die energieeffiziente Abfallentsorgung in Zermatt. Den Spezialpreis verleiht die Jury dem Energiepionier Walter Schmid, der sich seit drei Dekaden für effiziente und erneuerbare Energie einsetzt.

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