Seit diesem Monat gibt es das italienische Magazin Domus in einer deutschen Ausgabe.

Die übersetzte Legende

Domus sei eine Ikone, steht gleich zweimal im Impressum. Das Magazin sei wegweisend, gar legendär! Darf man so etwas ohne Schamröte über sein eigenes Heft schreiben? Wenn es sich um den Ableger eines international renommierten Produktes handelt schon. Der Ruf eilt dem Heft voraus, man muss ihn nur noch mit Inhalt füllen. Seit diesem Monat gibt es das italienische Magazin Domus in einer deutschen Ausgabe. Eine Heftkritik.

Domus sei eine Ikone, steht gleich zweimal im Impressum. Das Magazin sei wegweisend, gar legendär! Darf man so etwas ohne Schamröte über sein eigenes Heft schreiben? Wenn es sich um den Ableger eines international renommierten Produktes handelt schon. Der Ruf eilt dem Heft voraus, man muss ihn nur noch mit Inhalt füllen. Seit diesem Monat gibt es das italienische Magazin Domus in einer deutschen Ausgabe. Verleger ist Ahead Media in Wien und Berlin. Anders als deren bisheriges Wohnheftli «H.O.M.E.» hat Domus tatsächlich ein anderes Kaliber: Vor 85 Jahren gegründet, zeigt es nicht nur schöne Räume und Dinge, sondern mischt seit dem im Fachdiskurs der Architekten und Designer mit, mit Meinungsmachern als Schriftführer. Domus wird die italienisch/englisch-sprachige Originalausgabe heute in 88 Länder vertrieben; dazu kommen nationale Ausgaben in China, Israel, Indien, Mexiko und Zentralamerika. Das kann sonst nur noch die Vogue.Nun also ein Domus für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Mit 190 Seiten ist es nicht weniger voluminös als das Original und mit einem Preis von 10 Euro oder 12 Franken recht günstig. Der Inhalt besteht ungefähr zur Hälfte aus übersetzten Beiträgen, die bereits schon einige Monate vorher im Domus erschienen sind, und aus Beiträgen der deutschsprachigen Redaktion. Die besteht aus der Münchnerin Sandra Hofmeister und der Wienerin Isabella Marboe, beide bekannt in der Szene für handwerklich gute Texte; Meinungsmacherinnen sind sie jedoch nicht. Blättern wir im Heft.Es beginnt mit drei Dutzend Werbeseiten – scheinbar reicht der Ruf des italienischen Mutterblattes, um hiesigen Werbekunden ihren Willen nach Textanschluss, also Inserate zwischen den redaktionellen Beiträgen, auszureden. So etwas gibt es sonst nur in Italien! Allerdings überblättert man das im Werbeblock schwimmende Editorial und den Gastkommentar leicht. Ein dünnes Insert z...
Die übersetzte Legende

Domus sei eine Ikone, steht gleich zweimal im Impressum. Das Magazin sei wegweisend, gar legendär! Darf man so etwas ohne Schamröte über sein eigenes Heft schreiben? Wenn es sich um den Ableger eines international renommierten Produktes handelt schon. Der Ruf eilt dem Heft voraus, man muss ihn nur noch mit Inhalt füllen. Seit diesem Monat gibt es das italienische Magazin Domus in einer deutschen Ausgabe. Eine Heftkritik.

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