Der Entwurf von David Chipperfield Architekten... Fotos: openpfauen.ch

Die Stadt ist kein Ramschtisch!

Liebe Bürger, so nicht! Ein architektonischer Entwurf lässt sich nicht einfach um 11 Meter verschieben, jedenfalls kein guter architektonischer Entwurf. Ein Kommentar von Axel Simon.

Bis Anfang Woche lag der Gestaltungsplan zur Zürcher Kunsthauserweiterung von David Chipperfield öffentlich auf. Besonders rührte dabei die «Aktion Open Pfauen» die Trommel für ihre «Lösung», das Gebäude um 11 Meter nach hinten zu verschieben. Liebe Bürger, so nicht! Ein architektonischer Entwurf lässt sich nicht einfach um 11 Meter verschieben, jedenfalls kein guter architektonischer Entwurf. Was bisher geschah: Ende 2008 stellte die Stadt Zürich das Siegerprojekt für die Erweiterung des Kunsthauses von David Chipperfield vor. Im Herbst 2009 überarbeitete der seinen Entwurf im Rahmen von vier begleiteten Workshops. Das Volumen des Hauses wurde kleiner: um 2,80 Meter seitlich, um 1,40 Meter vorn. Dadurch wollte man die enge Vorzone verbreitern, ohne «die räumliche Spannung zum bestehenden Kunsthaus zu beeinträchtigen», wie es im Bericht zur Weiterbearbeitung heisst. Entscheidend für den Entschluss, den Neubau nicht noch weiter von Kunsthaus und Platz wegzurücken war wohl auch das unterste Gebäude an der Kantonsschulstrasse. Dieses würde plötzlich frei auf dem Platz stehen, ohne die Kraft ihn räumlich zu fassen. Auch den «Garten der Kunst» hinterm Neubau wollte man nicht verkleinern. Was nun geschieht: Mit der öffentlichen Auflage des Gestaltungsplans konnte sich die Bevölkerung vom 10. November bis zum 24. Januar zum Entwurf schriftlich äussern. 45 Einwendungen seien eingegangen, bestätigt Urs Spinner vom Amt für Hochbauten der Stadt Zürich gegenüber Hochparterre, was für ein Projekt in der Grössenordnung sehr wenig sei. Die allermeisten der Einwendungen, nämlich 37, kamen über die «Aktion Open Pfauen» des Architekten Robert Wunderli. Auf ihrer Website bemerken sie, der Zugang zum Neubau gleiche «einem Nadelöhr entlang einer stark befahrenen Strasse». Ihre Lösung: «Verschiebt man das Gebäude um 11 Meter nach hinten, entsteht ein grosszügig...
Die Stadt ist kein Ramschtisch!

Liebe Bürger, so nicht! Ein architektonischer Entwurf lässt sich nicht einfach um 11 Meter verschieben, jedenfalls kein guter architektonischer Entwurf. Ein Kommentar von Axel Simon.

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