Jason Hawkes, City of London (30 St Mary Axe/”The Gherkin”, Heron Tower, jenseits der Themse Shard London Bridge im Bau), 2011, © Jason Hawkes Fotos: Museum für Gestaltung

Die Hochhäuser dieser Welt

New York, Schanghai, Hongkong, London – an diesen Destinationen macht die Ausstellung «Hochhaus – Wunsch und Wirklichkeit» des Museums für Gestaltung halt. Doch der wahre Star der Schau kommt aus Zürich.

New York, Schanghai, Hongkong, London – an diesen Destinationen macht die Ausstellung «Hochhaus – Wunsch und Wirklichkeit» des Museums für Gestaltung halt. Doch der wahre Star der Schau kommt aus Zürich, der fünften Stadt im Bunde: es ist das Modell des 80 Meter hohen «Hard Turm Park» des Architekturbüros Gmür & Geschwentner. Ganz in Weiss, von innen beleuchtet, steht es zwischen den Museumsstellwänden. Im Vergleich mit den gezeigten Hochhäusern aus den anderen Metropolen ist der «Hard Turm Park» ein Zwerg. Doch die Präsenz des Modells stellt die grossen internationalen Brüder in den Schatten – auch weil sie fast ausschliesslich mit Fotos und Plänen gezeigt werden. «Dieses Gebäude wird weit über die Schweiz hinaus für Aufsehen sorgen», ist Andres Janser, Kurator der Ausstellung, überzeugt. «Seine Grundfläche ist für ein Hochhaus gross, die Fassadenfläche relativ klein. Trotzdem ist es den Architekten gelungen, Tageslicht in die Tiefe der Wohnungen zu bringen». 



Zu jeder Destination erklärt ein kurzer Text die städtebauliche Situation. In London müssen die Planer die Sichtachsen auf Saint Paul's Cathedral freihalten. Hongkong kann es sich nicht erlauben, Fläche oder Material zu verschwenden. Zürich setzt auf diskrete Urbanität. Dann läuft der Besucher zwischen den Stellwänden durch die Metropolen. Die Fotografien und Pläne der Fallstudien umgeben ihn, er steht immer zwischen zwei Städten. Mit Hongkong vor Augen und Zürich im Rücken wird beispielsweise deutlich: an anderen Orten der Welt steht das Hochhaus für Wohnen mit wenig Geld.

Auf die fünf Metropolen folgen vier Themen: «Wohnen», «Fotografie», «Hybrid» und «Superhoch». Die städtebauliche Perspektive wechselt in die künstlerische, zu sehen sind Werke zeitgenössischer Künstler: Olivio Barbieri, Filip Dujardin oder Reem Al Ghaith. Sie setzen sich mit den ästhetischen, sozialen und politischen Aspekten des Hochhauses auseinander. «Etwa die Hälfte aller Hochhäuser, die in den Städten dieser Welt stehen, wurde seit der Jahrtausendwende gebaut», erklärt Kurator Janser die Aktualität und Dringlichkeit des Themas. Die Ausstellung erlaubt dem Besucher sich vielfältig mit dem Phänomen auseinanderzusetzen. Er darf in erster Linie schauen und die Exponate auf sich wirken lassen. Das Denken setzt (wohlmöglich) im Nachhinein ein.

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