Der PVC-Handlauf des Treppengeländers ist rekonstruiert. Die Fenster in der Nordfassade sind rahmenlos eingesetzt. Fotos: Pudi Luginbühl

Die Fensterfrage ist geklärt

Zugige Fenster und leckende Dächer quälen die Bewohner der Halen-Siedlung bei Bern. Nun zeigt die Sanierung eines der über 80 Reihenhäuser, wie die rund 50 Jahre alten Baudenkmäler erneuert werden können: Nachisolieren und Abschleifen der EG-Böden, renovierte Steintreppen mit nachgebautem PVC-Handlauf und Fenster, die wie original aussehen – dank kompakter Dreifachverglasung und Aerogel-Matten.

Die Bewohner der Halen-Siedlung bei Bern leiden unter zugigen Fenstern und leckenden Dächern siehe Hochparterre 4 / 14. Inzwischen zeigt die Sanierung eines der mehr als achtzig Reihenhäuser, wie die gut fünfzig Jahre alten Baudenkmäler erneuert werden können. Im Gartengeschoss wurden die Böden nachisoliert, die inneren Steintreppen renoviert und der PVC-Handlauf nachgebaut. Im Erdgeschoss ist das Klötzliparkett neu geschliffen, Küche und Bad sind in den ursprünglichen Grundrissen erneuert. Der Heizungskonvektor versteckt sich weiterhin hinter der Badewannenabdeckung, und die Küchenschranktürchen sind wieder an Eschenleisten verschiebbar. Die Beleuchtung, das weiss-graue Farbkonzept und der rohe Beton blieben erhalten.Geklärt werden konnte die Fensterfrage: Der Halen-Bewohner und Architekt Bernhard Egger erarbeitete mit der Denkmalpflege und dem Fensterbauer eine Lösung: Die kantigen Holzrahmen haben die gleichen Glasleisten wie die Originale. Wo hinter den Südfronten nur ein Raum die ganze Gebäudebreite einnimmt, sind nun Schiebefenster eingebaut. Dank neuer Technologie sind Dreifachverglasungen auf das Volumen früherer Doppelverglasungen reduziert, was schlankere Profile möglich macht. An der Südfassade sind die Fenster auf die Fassade aufgesetzt, in die Nordfassaden sind sie rahmenlos eingesetzt – ebenfalls nach dem Vorbild der Originale.Das Problem der Kältebrücken bei den Betonstirnen konnte mit hochisolierenden Aerogel-Matten gelöst werden. Sie sind aussen verputzt. Dicker auftragende Isolation gestattet die Denkmalpflege nicht. Für die deutlich teureren Materialien bekommen die Hauseigentümer zwar keine Direktbeiträge, der Kanton Bern hat aber die Planung mitfinanziert. Die Lösung hat nach einer längeren Blockade einen kleinen Boom ausgelöst: Allein seit Juli 2014 wurden in 15 Halen-Häusern Fenster ersetzt. Andere Hausbesitzer haben mit zusätzlichen ...
Die Fensterfrage ist geklärt

Zugige Fenster und leckende Dächer quälen die Bewohner der Halen-Siedlung bei Bern. Nun zeigt die Sanierung eines der über 80 Reihenhäuser, wie die rund 50 Jahre alten Baudenkmäler erneuert werden können: Nachisolieren und Abschleifen der EG-Böden, renovierte Steintreppen mit nachgebautem PVC-Handlauf und Fenster, die wie original aussehen – dank kompakter Dreifachverglasung und Aerogel-Matten.

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