Dieses Geflecht könnte dereinst nicht nur Bewehrung, sondern auch Schalung sein.

Die Arbeitswelt von morgen

Beton wird in eine Schalung gegossen, darin liegt eine Bewehrung, die die Zugkräfte aufnimmt – das kennt man. Aber es könnte durchaus sein, dass die Armierung künftig auch Schalung ist. Daran forscht jedenfalls «Gramazio Kohler Research» an der ETH.

Beton wird in eine Schalung gegossen, darin liegt eine Bewehrung, die die Zugkräfte aufnimmt – diese «Rollenverteilung» war für Architekten, Ingenieure und Bauunternehmer bislang klar und eindeutig. Doch nun müssen sie langsam umdenken, lernen, dass eine Armierung durchaus auch eine Schalung sein kann. Solcherlei führte jedenfalls Volker Helm vor, Forscher bei «Gramazio Kohler Research», der Professur für Architektur und Digitale Fabrikation an der ETH Zürich. Schlagzeilen gemacht hat seinerzeit der Mauerroboter, der selbständig die kompliziertesten Wände präzise aufmauern kann. In der Zwischenzeit hat das Team von Gramazio Kohler weitergeforscht – eben beispielsweise an der Armierung die gleichzeitig auch Schalung ist. «Mesh-Mould» heisst das Projekt, dessen erste Phase am Singapore-ETH Centre durchgeführt wurde. Sie sind faszinierend anzusehen, die fein strukturierten Gitterkonstruktionen, die der Roboter in den ihm einprogrammierten Formen ähnlich wie ein 3D-Drucker erzeugt, und die anschliessend mit Beton ausgefüllt werden. Weitere Themen, mit denen sich die Forscher und ihre Roboter beschäftigen, sind komplexe Holzkonstruktionen, verdrehte Betonstützen oder von Quadrokoptern «geflochtene» Tragwerke im freien Raum. All das klingt noch ziemlich futuristisch und wenig realistisch – ihren Einfluss auf die Baupraxis von morgen und übermorgen werden diese Arbeiten bestimmt haben.
Dieser vertiefte Einblick in die Arbeit von Gramazio Kohler Research war Teil des ersten LO Forums, mit dem die Lista Office LO Einblicke in die Arbeitswelt von morgen vermitteln will. Dabei wird auch der Bogen von der Theorie in die Praxis gespannt. Denn aus den Labors und Hallen der ETH Hönggerberg ging’s anschliessend per Bus an die Europaallee, Zürichs neuen Stadtteil beim Hauptbahnhof. Dort vermittelte ein Stadtrundgang eine fundierte, stellenweise auch kritische Sicht auf Städtebau und Architektur.
Der dritte Teil des LO Forums war schliesslich dem Kernthema von Lista Office LO: dem Büroarbeitsplatz. Mit der Credit Suisse und der UBS haben gleich zwei Grossbanken neue Räume in der Europaallee bezogen. Dies ermöglichte einen interessanten Vergleich zweier Arbeitswelten, die zwar auf dem gleichen Konzept beruhen (keine fix zugeteilten Arbeitsplätze mehr), aber unterschiedlich ausgestaltet wurden. Den Schlusspunkt des ersten LO Forums bildete ein gemeinsamer Lunch.
Die nächsten Veranstaltungen dieser Reihe finden am 12. März in Basel (Corporate Branding und Identity mit den Basler Versicherungen und der Valora) und am 30. April in Bern (Investment und Integration bei der SBB und Swisscom) statt.

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