Unter den bestehenden Perrons der SBB soll der Regionalverkehr Bern–Solothurn einen neuen Bahnhof erhalten. Zum Ausbauprojekt gehört auch die neue Westpassage der SBB.

Der RBS erhält einen neuen Tiefbahnhof in Bern

Im jahrelangen Planungsspiel um den Ausbau des Bahnhofs Bern ist ein wichtiger Entscheid gefallen: Der Regionalverkehr Bern–Solothurn (RBS) soll unter den Gleisen der SBB einen neuen Bahnhof erhalten. 522 Millionen Franken soll er kosten und 2025 in Betrieb gehen.

Im jahrelangen Planungsspiel um den Ausbau des Bahnhofs Bern ist ein wichtiger Entscheid gefallen: Der Regionalverkehr Bern–Solothurn (RBS) soll unter den Gleisen der SBB einen neuen Bahnhof erhalten. In rund 17 Meter Tiefe kommen zwei lange Tunnels mit je zwei Gleisen zu liegen. Darin gibt es je einen 12 Meter breiten und 180 Meter langen Perron. Eine Verteilebene stellt die Verbindung zum SBB-Bahnhof her. 2016 möchte der RBS mit dem Bau beginnen, 2025 soll der neue Bahnhof fertig sein.

Gleichzeitig will die SBB ihre Publikumsanlagen ausbauen. Das Kernstück ist die neue Westpassage. Sie verbindet die SBB-Perrons untereinander und ist an den neuen RBS-Bahnhof angeschlossen. Ausserdem erhält der Bahnhof so einen neuen Zugang aus dem Bereich Hirschengraben-Bubenbergplatz. Ausserdem will die SBB ihre Perronkanten erhöhen und die Betonwand zwischen Perronhalle und Burgerspital öffnen. In einem späteren Ausbauschritt – Zeithorizont 2025–2035 – will die SBB unter der Grossen Schanze vier zusätzliche Gleise auf dem Niveau der bestehenden Perronhalle bauen. Ein Ausbau der Ostzufahrt über den Lorraineviadukt ist in absehbarer Zeit nicht nötig.

Die Baukosten für den RBS-Bahnhof sind auf rund 522 Millionen Franken veranschlagt, die erste Ausbauetappe der SBB soll rund 345 Millionen kosten. Die Finanzierung ist allerdings noch nicht gesichert. Die entsprechenden Anträge sowie das nötige Lobbying sind aufgegleist, wie Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer ausführte.

Variantenvergleich auf Stufe Vorprojekt

2008 war bereits einmal ein Grossprojekt für den Ausbau des Bahnhofs Bern präsentiert worden – mit je einem neuen Tiefbahnhof für den RBS und die SBB. Nach heftiger Kritik wurde der Variantenfächer nochmals geöffnet, und man evaluierte über 20 Varianten. Für den Ausbau des RBS-Bahnhofs waren am Ende noch zwei Varianten im Rennen: die seitliche Erweiterung des bestehenden Bahnhofs und der nun als beste Variante auserkorene Neubau. Für beide Varianten liess der RBS je ein Vorprojekt erarbeiten und bewertete diese nach sieben Wirksamkeitskriterien: Kosten, Publikumsanlagen, Sicherheit, Umwelt, Baurisiken und Realisierbarkeit, Sekundärnutzungen, Erweiterbarkeit.

Bei allen sieben Kriterien schnitt die nun gewählte Lösung besser ab als die seitliche Erweiterung. Diese Differenz ist – bis auf die Kriterien Kosten und Publikumsanlagen – sogar gross, wie RBS-Direktor Fabian Schmid ausführte. Doch auch bei den Kosten schneidet die gewählte Variante besser ab: Mit 522 Millionen Franken ist sie günstiger als die Erweiterung, die 556 Millionen kosten würde. Ausserdem würde diese um rund 20 Prozent höhere Betriebs- und Unterhaltskosten aufweisen, da mehr Tunnelröhren zu betreiben wären.

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Kommentare

Harald Jenk 18.12.2012 19:10
Mein Favorit für den RBS-Bahnhof war eigentlich die seitliche Erweiterung des bisherigen RBS-Bahnhofs, da ich die Nähe zur Neuengasse schätze und Tiefbahnhöfe normalerweise viel längere Fussgängerwege bedeuten, was die Reisezeiten ja nicht gerade verkürzt. Da jetzt aber gleichzeitig vorgesehen ist, den Hauptbahnhof Bern mit einem neuen grosszügigen Zugang direkt ab dem ÖV-Knoten Bubenbergplatz/Hirschengraben zu erschliessen, muss ich zugegeben, dass mich das heute vorgestellte Projekt voll überzeugt.
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