Der Prime Tower in Zürich: Wer soll denn da gegen den Schattenwurf opponieren? Das Gleisfeld der SBB? Oder die Hardbrücke? Oder die Industriebrache? Fotos: Gigon / Guyer, Prime Tower, 2011, Foto: Ralph Bensberg, © Swiss Prime Site AG

Der «plötzliche» Hochhaus-Boom

Das Echo zur Hochhaus-Ausstellung im Zürcher Museum für Gestaltung ist gross, und auch die «Weltwoche» hat festgestellt, dass die ganze Schweiz «plötzlich» von Hochhäusern begeistert ist. Ein Kommentar von Hochparterre-Redaktor Werner Huber.

Das Echo zur Hochhaus-Ausstellung im Zürcher Museum für Gestaltung ist gross, und auch die «Weltwoche» hat festgestellt, dass die ganze Schweiz «plötzlich» von Hochhäusern begeistert ist. Naja, so plötzlich ging das nun auch wieder nicht, sind doch die Pioniere des jüngsten Hochhausbooms schon gut zehn Jahre alt: die Espacité in La Chaux-de-Fonds (1994) und der AXA-Winterthur-Turm (1999). Aber der Prime Tower in Zürich als höchstes Haus der Schweiz hat natürlich ein ganz anderes Gewicht. Die «Weltwoche» wundert sich, dass kaum Kritik zu vernehmen ist, etwa an der «auffälligen Farbgebung», die «durchaus Gegenstand einer Debatte sein könnte». Kein Wunder: Wer den Turm betrachtet, stellt fest, dass sich der Turm gerade wegen der grünlich-blauen Farbe je nach Lichteinfall fast selbst wegspiegelt. Und dass die «Schattenwurfproblematik» sich «im Glanz der Glasfassade» aufgelöst zu haben schient, ist nichts als logisch: Wer soll denn da gegen den Schattenwurf opponieren? Das Gleisfeld der SBB? Oder die Hardbrücke? Oder die Industriebrache?Aber genug kritisiert, denn der Beitrag legt den Finger auch auf einen wunden Punkt: Das Hochhaus ist in der Schweiz kein Instrument zur Verdichtung. Allenfalls lässt sich ein gewisser Bonus geltend machen, aber wirklich dicht wird es damit nicht. «Eine Verdichtung durch Hochhäuser ist von der Politik nicht erwünscht», stellt Autor Rico Bandle fest. Das stimmt, und das Prinzip der «diskreten Urbanität» (welch blumiger Begriff), die in Zürich herrschen soll, ist nicht darauf angelegt, daran etwas zu ändern. Fachmännisch sind die Statements von Andres Janser, dem Kurator der Ausstellung, zur Rolle des Hochhauses im Stadtbild: «Natürlich braucht die Schweiz keine Hochhäuser, aber sie können einer Stadt guttun und einen symbolischen Mehrwert bieten». Aber in der Schlusskurve landet der «Weltwoche»-Artikel wieder auf d...
Der «plötzliche» Hochhaus-Boom

Das Echo zur Hochhaus-Ausstellung im Zürcher Museum für Gestaltung ist gross, und auch die «Weltwoche» hat festgestellt, dass die ganze Schweiz «plötzlich» von Hochhäusern begeistert ist. Ein Kommentar von Hochparterre-Redaktor Werner Huber.

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