Louis Kahn im Atelier (© Architectural Archives, University of Pennsylvania, Foto: George Pohl) Fotos: Architekturmuseum der TU München

Der Architekt: Gott oder Sündenbock?

Von Imhotep bis Zumthor: Welche Rollen spielte der Architekt einst und heute? Was prägte und prägt sein Selbstverständnis? Und wie sieht ihn die Gesellschaft? Eine monumentale Ausstellung im Architekturmuseum in München stellt diese Fragen. Und ein ebenso monumentaler Katalog beantwortet sie.

Winfried Nerdinger, 68 Jahre alt, Direktor des Architekturmuseums in München. Der staksige Professor geht nach 35 Jahren und 42 grossen Ausstellungen von Bord, wird Gründungsdirektor des NS-Dokumentationszentrums, das gerade ein paar Strassen weiter entsteht. Zum Abschied zieht er noch einmal die Register, bespielt alle ihm zur Verfügung stehenden Räume in der Pinakothek der Moderne. Der Name der Ausstellung: «Der Architekt», darunter geht es nicht. Viele Kollegen aus Museen, Bibliotheken, Institute liehen ihm zum Abschied seltene Schätze aus Marmor oder Pergament, Leinwand oder Papier; 40 Leihgeber stehen auf der Liste. Allein um das wandfüllende Gemälde von Arduino Cantàfora «La città Analoga» von 1973 einmal «live» zu sehen, das Aldo Rossis Ideologie in Szene setzte, lohnte eine Reise nach München. Oder das Gasbetongebirge daneben, mit dem Peter Zumthor vor fünf Jahren versuchte, den Tschlinern ein Hotelhochhaus zu verkaufen – autonome Architekten, hier wie dort.Mit seiner Schau über di...
Der Architekt: Gott oder Sündenbock?

Von Imhotep bis Zumthor: Welche Rollen spielte der Architekt einst und heute? Was prägte und prägt sein Selbstverständnis? Und wie sieht ihn die Gesellschaft? Eine monumentale Ausstellung im Architekturmuseum in München stellt diese Fragen. Und ein ebenso monumentaler Katalog beantwortet sie.

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