Jacques Herzog, Ai Weiwei und Pierre de Meuron verstehen sich gut. Das Bild zeigt das Trio im Jahre 2008, als das Bird's Nest eröffnet wurde. Fotos: zVg © 2008 by T&C Film AG

Der Architekt als Archäologe

Herzog & de Meuron und Ai Weiwei bauen den diesjährigen Serpentine Pavillon in London. Sie graben in den Kensington Gardens eineinhalb Meter tief in den Boden und fördern so die Fundamente früherer Pavillons zu Tage.

Nach Peter Zumthor setzt die Serpentine Gallery erneut auf Schweizer Architektur. Herzog & de Meuron und Ai Weiwei bauen den diesjährigen Serpentine Pavillon in London. Der temporäre Bau wird von Juni bis Oktober 2012 in den Kensington Gardens neben dem Hyde Park stehen. Das Projekt ist Teil des Kulturfestivals in der Stadt, das während der Sommerolympiade stattfindet. Nachdem HdM und Weiwei bei den letzten Olympischen Spielen in China mit dem Bird’s Nest die Grösse zelebrierten, gehen sie in London zurückhaltend unter die Erde. Das Team gräbt eineinhalb Meter tief in den Boden des Parks bis aufs Grundwasser. Dort sammelt eine Mulde das Regenwasser der Umgebung. Mit dem Abtragen der Erde fördern die Architekten Fundamentreste frühere Strukturen zu Tage. «Wie Archäologen identifizieren wir diese Fragmente als Überreste der elf Pavillons, die zwischen 2000 und 2011 gebaut wurden», erklärt das Team. Die Fundationen werden rekonstruiert und überlagern sich zu einem Wirrwarr, der von der Geschichte des Ortes zeugt.

Über der Ausgrabungsstätte spannt sich ein Dach als Plattform, das halbhoch über dem Gras schwebt. Zwölf Elemente tragen die Struktur. Elf Stützen extrudieren die Architekten aus den alten Fundamenten. Die zwölfte setzen sie nach belieben. Der Entwurf soll die Besucher dazu anregen, unter die Oberfläche des Parks und zurück in der Zeit zu blicken. Die Architekten wollte bewusst kein Objekt bauen. «So viele Pavillons in so vielen verschiedenen Formen und Materialien wurden entworfen», schreiben die Autoren. «Wir versuchten instinktiv dem Problem auszuweichen, eine konkrete Form zu entwerfen.» Wie beim Stadion in Beijing spannt das Architekturbüro mit dem Künstler Ai Weiwei zusammen. Die Teamarbeit mit dem Chinesen war denn auch eigentlich Voraussetzung für die Wahl – sind für den Pavillonbau doch nur Architekten zugelassen, die in Grossbritannien noch nicht gebaut haben. Die temporäre Struktur wird nun das erste Gebäude des Trios im Vereinigten Königreich.

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Kommentare

hane fischer 10.02.2012 21:06
...also....jacque.....wohnen in der hebelstrasse ist doch noch, oder ? ....gruss ....
hane fischer 10.02.2012 21:06
...also....jacque.....wohnen in der hebelstrasse ist doch noch, oder ? ....gruss ....
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Ich kann das Bild nicht lesen