Denn sie bauen zirkulär

In Sachen Kreislaufwirtschaft sind die Niederlande der Schweiz voraus. Auf einer Reise von Amsterdam bis Utrecht lernen wir von Materialpässen, Gemüse im Einmachglas und dem grossen Geld.

 

In Sachen Kreislaufwirtschaft sind die Niederlande der Schweiz voraus. Auf einer Reise von Amsterdam bis Utrecht lernen wir von Materialpässen, Gemüse im Einmachglas und dem grossen Geld.

 

Die Niederlande sind pragmatisch. Während der Rest der Welt noch denkt, mit Netto-Null wäre der Planet gerettet, denkt das Land zirkulär. Es hat erkannt: Treibhausgase sind ein Problem, doch Materialschwund und Müllflut nicht minder. Bis 2050 wollen sich die Niederlande komplett zirkulär organisiert haben, auch im Baugewerbe. Und bis 2030 soll der Einsatz von Primärrohstoffen um die Hälfte gegenüber 2018 schrumpfen. Damals begann die Regierung mit einem Programm, bei dem aus Expertinnen und Experten bestehende ‹Transition teams› beratend mitwirken, an Gesetzen mitschreiben, Initiativen begleiten. Politikerinnen und Banker, Architekten und Unternehmerinnen: Alle scheinen verstanden zu haben. Und zu handeln. Jedenfalls die, die auf unserer Reise anzutreffen waren. Der Exkurs, organisiert von Circular Hub und Madaster Schweiz, führte drei Tage lang durch künstliche Landschaften – zu Bauten, Projekten und Menschen, die Zirkularität anstreben. Umweltkostenindikator und Lebenszyklusanalyse Im Amsterdamer Finanzdistrikt steht ein Holzpavillon. Solarzellen, Pflanztöpfe und Nistkästen prägen die Fassade am teuersten Platz der Niederlande. Eine breite Treppe führt die Öffentlichkeit zum Gemüse auf dem Dach. Dort sitzt man auf Bänken aus alten Velorahmen. Im Circl, so heisst das Gebäude, geht es um Kreislaufwirtschaft – praktisch und theoretisch. Es gehört ABN Amro, der grössten Bank im Land. ###Media_2### Der Banker eines grossen Geldinstituts sagt, aus «competitive» müsse «cooperative» werden. Auch das Innere prägen Insignien der ökologischen Welle. Wände aus alten Fenstern trennen die Seminarräume. Im Restaurant reihen sich Einmachgläser mit attraktivem Gemüse, die Regale bestehen aus Altholz. Nur an den zeitgenössischen Kunstwerken erkennt man den potenten Hintergrund der Besitzerin, Niina Pussinen. Sie berichtet, seit vier Jahren sei Nachhaltigkeit ...

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?