Das Stadionprojekt von Burkhard Meyer Architekten. Fotos: zVg

Das wankende Stadion

Die bürgerlichen Parteien der Stadt Zürich wollen das Fussballstadion im Hardturm kippen. Eigengoals, ungeschützte Flanken und ein peinlicher Trainer bei der Stadionmannschaft machen ihnen das Spiel leicht. Vor Beginn der zweiten Halbzeit steht es 2:1 für ein «Ja». Ein Kommentar von Köbi Gantenbein.

Ich bin kein Fussballer, ausser dass ich einmal für den FC Hochparterre stürmte, mit Stefan Cadosch, dem Präsidenten des SIA, zusammenstiess und mit gebrochener Rippe vom Feld kroch. Ich bin auch kein Zuschauer weder im Stadion noch am TV. Und ich denke doch über das Stadion im Hardturm nach, über welches im Herbst in der Stadt Zürich abgestimmt werden wird. Die bürgerlichen Parteien wollen das Vorhaben kippen. Eigengoals, ungeschützte Flanken und stumme Trainer bei den Stadionbauern machen ihnen das Spiel leicht. Zwei Gründe für ein «Ja» und einer für ein «Nein».1. Das Stadion auf Zürichs Hardturm ist ein architektonisch und städtebaulich gutes Projekt. Vor einem Jahr haben Burkhard Meyer Architekten aus Baden damit den Wettbewerb gewonnen. Ein sorgfältiges Verfahren, das gut und viel aus der dramatischen Geschichte um diese Bauaufgabe an diesem Ort gelernt hat, setzte einen heiteren Entwurf auf den ersten Rang. Es ist ein Projekt, das im unsinnigen Wettrennen um Grösse und Extravaganz nicht mitspielt. Sondern eines, das architektonisch präzise die Anforderungen von Stadt, Sportlern, Nachbarn erfüllt. Es ist ein Projekt, das städtebaulich gut wirken wird. Denn es steht im guten Masstab für die Fussballer und Fussballverrückten und für die Menschen, die im Quartier leben und arbeiten auch wenn der Schiedsrichter das Spiel abgepfiffen hat. Es ist ein Teil des architektonischen Leuchtturms der Stadt Zürich. Er heisst Idee und Erfahrung mit klug gesteuertem Weiterbau dessen, was an Güte da ist und was auf eine breite Teilnahme vieler antworten kann. Darum ist es schade, dass dieses Stadion kaum werden wird – mich ermuntert seine Architektur zur «Ja»-Stimme.2. Zum wohl schiteren Endresultat trägt ein Eigengoal der Stadionmannschaft bei. Es hat mit Architektur und Städtebau nichts zu tun, sondern mit den Sportschmarotzern. Die Fussballclubs und das Fussballges...
Das wankende Stadion

Die bürgerlichen Parteien der Stadt Zürich wollen das Fussballstadion im Hardturm kippen. Eigengoals, ungeschützte Flanken und ein peinlicher Trainer bei der Stadionmannschaft machen ihnen das Spiel leicht. Vor Beginn der zweiten Halbzeit steht es 2:1 für ein «Ja». Ein Kommentar von Köbi Gantenbein.

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