Das Dach des Anstosses an der Post in Baden

Ein voluminöses Vordach bedrängt Karl Mosers Postgebäude in Baden. Es fügt der turbulenten Baugeschichte des Areals ein weiteres Kapitel hinzu.

Fotos: Susanne Stauss, Archiv GTA, Werner Huber

Ein voluminöses Vordach bedrängt Karl Mosers Postgebäude in Baden. Es fügt der turbulenten Baugeschichte des Areals ein weiteres Kapitel hinzu.

Karl Moser und das Trio Haefeli Moser Steiger (HMS) gehören zweifellos zu den renommiertesten Schweizer Architekten des 20. Jahrhunderts. Die Post am Bahnhofplatz in Baden trägt die Handschrift gleich beider Architekturbüros: Vom gebürtigen Badener Karl Moser stammt das 1931 eröffnete Postgebäude, Haefeli Moser Steiger – mit Karls Sohn Werner Max – bauten das Haus ab den 1960er-Jahren mehrmals um und erweiterten es. Seither haben sich die Bedürfnisse von Post und Swisscom grundlegend verändert. Teile des Gebäudes standen leer, und die Post verkaufte das Areal vor einigen Jahren an die Immobilienfirma Zuriba aus Möhlin. In deren Auftrag führte die Totalunternehmerin Allreal 2016 einen Studienauftrag unter vier Architekturbüros durch, den der Zürcher Architekt Jean-Pierre Dürig mit seinem Team gewann. In den letzten zwei Jahren konnte das Büro den stark veränderten Entwurf umsetzen. Von aussen treten zwei neue Bauteile in Erscheinung: ein dreigeschossiger, auf Stützen gestellter Annex mit Wohnungen im rückwärtigen Teil des Areals und ein voluminöses, in braun eloxiertes Trapezblech gekleidetes Vordach am Bahnhofplatz. «Eine Faust aufs Auge», denkt sich, wer dieses Dach sieht. Wie konnte Dürig nur dem altehrwürdigen Moser so zu Leibe rücken? ###Media_1### «Ja, es ist heftig», bestätigt Jean-Pierre Dürig, «aber es darf heftig sein an diesem Ort, so wie alles am Bahnhofplatz: das Warenhaus Coop City, die Neue Aargauer Bank oder die Busstation.» Ein identisch gestaltetes Vordach setzten die Architekten auch über die neue Ladenfront auf der Gleisseite, und mit demselben Trapezblech verkleideten sie ein neues Treppenhaus an der Schnittstelle zwischen dem Moser- und dem HMS-Bau. Damit wollten die Architekten die einzelnen aneinandergereihten Teile des Postareals zu einem Ensemble verbinden. Die Gründe für den massiven Eingriff am Bahnhofplatz sind also nach...

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