«Eine nachhaltige Architektur entsteht nicht aus einer Serviettenskizze», sagt Sebastian El khouli, Autor des Buches «Nachhaltige Wohnkonzepte».

«Bei der Gestaltung von nachhaltiger Architektur spielen wir in der Zweiten Liga»

Sebastian El khouli, Architekt und Co-Autor des Buches «Nachhaltige Wohnkonzepte», spricht im Interview über Plusenergiehäuser und erklärt, warum sich die Schweizer Architekten damit so schwer tun.

Sebastian El khouli, Autor des Buches «Nachhaltige Wohnkonzepte», über Plusenergiehäuser und warum sich die Schweizer Architekten damit so schwer tun. Was ist das eigentlich, nachhaltiges Bauen?Die SIA 112-1 definiert das ganz gut mit den drei Säulen Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft. Es gilt, eine Ausgewogenheit in diesen drei Bereichen zu schaffen. Der Satz aus dem Brundtlandbericht von 1983 ist noch immer gültig: Nachhaltige Entwicklung bedeutet, unsere eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, ohne dass es zulasten zukünftiger Generationen geht. Da ist auch ein zeitlicher Aspekt drin. In unserem Buch unterscheiden wir zwischen «Building Performance» – das ist das, was ein Gebäude für seine Nutzer leistet: Komfort, Luftqualität, aber auch das Gestalterische, Atmosphärische – und «Building Impact», das sind seine Auswirkungen auf die Umwelt: CO2, Energieverbrauch, Schadstoffe etc. Damit kann ich als Architekt sehr gut arbeiten. Bezogen auf die Architektur heisst das ...... eine kontextuelle Architektur und eine prozessorientierte Architektur. Kontextuell heisst: Wert legen, nicht nur auf die Performance, sondern auch auf den Impact. Mit prozessorientiert meine ich: Eine nachhaltige Architektur entsteht nicht aus einer Serviettenskizze.Die meisten anspruchsvollen Architekten in der Schweiz erfüllen in Sachen Nachhaltigkeit immer nur gerade das, was gesetzlich von ihnen verlangt wird. Und die Architekten, denen Nachhaltigkeit wirklich ein Anliegen ist, sagen oft: Für die Ästhetik mache ich keine Kompromisse bei der Energieeffizienz. Was man dann ihren Gebäuden auch ansieht. Das sind zwei polare Typen. Die gibt es sicher. Aber es gibt auch einen dritten Typ. Zum Beispiel Roger Boltshauser, der zusammen mit dem Lehmbauexperten Martin Rauch zeigt, wie man sehr gute und sehr nachhaltige Architektur machen kann, wenn man sich mit einem Material sehr gut auskennt. Mit ein...
«Bei der Gestaltung von nachhaltiger Architektur spielen wir in der Zweiten Liga»

Sebastian El khouli, Architekt und Co-Autor des Buches «Nachhaltige Wohnkonzepte», spricht im Interview über Plusenergiehäuser und erklärt, warum sich die Schweizer Architekten damit so schwer tun.

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