Zugang zur Baustelle, Zugang zur Architektur: Die Primarschüler verfolgen den Umbau des Hirzbrunnen-Schulhauses in Basel. Fotos: Tim Loosli

Baustellen begreifen

Die Gestaltung des öffentlichen Raums stösst auf Interesse. Architekturvermittlung kann das Verständnis für die Vorgänge fördern und damit Ablehnung und Konflikte verhindern helfen. Immer mehr Fachleute widmen sich deshalb der Vermittlung ihres Wissens. In unserer Reportage begleiten Kinder den Umbau des Schulhauses Hirzbrunnen in Basel.

Kinder begleiten den Umbau des Schulhauses Hirzbrunnen in Basel. Das Angebot solcher Architekturvermittlung wächst.Ein riesiges Loch klafft in der Mauer, im leeren Zimmer dahinter ist der Boden mit Bauschutt bedeckt. Doch die neunjährige Luisa sieht etwas anderes: «Da war ein Brunnen, so einer wie im Pausenhof mit einem Drachen – nur kleiner», erklärt sie aufgeregt und zeigt auf den Mauerdurchbruch. Das Primarschulhaus Hirzbrunnen im gleichnamigen Basler Quartier wird während zwei Jahren saniert. In dieser Zeit müssen die Schülerinnen und Schüler vorübergehend auf ihr Schulhaus verzichten. Damit sie verstehen, was damit passiert, beschloss die Lehrerschaft, die Bauarbeiten pädagogisch zu begleiten.Deshalb stehen die Architektin Nevena Torboski und ihre Kollegin Silvia Wolff nun zwischen einer Schar behelmter und mit Sicherheitswesten ausgestatteter Drittklässler im Kellergeschoss des völlig ausgehöhlten Schulhauses. Torboski ist Leiterin der «Drumrum-Raumschule», die sie vor zwei Jahren in Basel gründete. Zusammen mit ihrem Team vermittelt sie Kindern und Jugendlichen die Welt des Bauens und der Architektur auf sinnliche und praktische Weise: In speziellen Kursen und Workshops wird erkundet, gezeichnet, gebaut und diskutiert. Auf diese Weise könne ein Kind seine Umgebung besser einordnen, sagt Nevena Torboski. Denn die Perspektive von Kindern ist oft ganz anders als jene erwachsener Menschen. So erinnert sich Luisa etwa ganz genau an Details wie das schwarze Abflussrohr, das jetzt im ehemaligen Handarbeitszimmer aus der Wand ragt. «Unser ganzer Lebensraum ist gestaltete Umwelt. Die Kinder sollen dies mit allen Sinnen wahrnehmen, ihre Umwelt ‹be-greifen› und verstehen», erklärt Nevena Torboski. Erfasse ein Kind die Stabilität einer Dreieckskonstruktion, indem es mit seinen Beinen eine solche forme, könne es dieses bauliche Grundgesetz in seine Lebenswelt ...
Baustellen begreifen

Die Gestaltung des öffentlichen Raums stösst auf Interesse. Architekturvermittlung kann das Verständnis für die Vorgänge fördern und damit Ablehnung und Konflikte verhindern helfen. Immer mehr Fachleute widmen sich deshalb der Vermittlung ihres Wissens. In unserer Reportage begleiten Kinder den Umbau des Schulhauses Hirzbrunnen in Basel.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?