Füegs Piuskirche, erbaut 1964 in Meggen: Dünne Platten aus Dionysos-Marmor liegen als atmosphärische Lichtfilterschicht zwischen den streng rhythmisierenden Stahlstützen. (Foto: Kuster Frey)

Baukunst, die bleibt

Ende November starb Franz Füeg im Alter von 98 Jahren. Er schrieb klar und baute meisterhaft, stellte nicht Raster und Rationalisierung, sondern Mensch und Material ins Zentrum.

Architektur ist ein Handwerk. Mit Aufmerksamkeit und Fleiss kann man es weit bringen. Und dann gibt es den Moment, in dem das Handwerk aufhört und die Kunst beginnt. Wer je in der Piuskirche in Meggen stand, wird wissen, was ich meine. Sie ist ein Bau, der wie kaum ein anderer Franz Füegs Denken widerspiegelt. Der eigentliche Kirchenbau, das Pfarrheim, das Pfarrhaus, der Glockenturm – alles ordnet sich dem strengen Raster unter, das sich aus der Breite der Marmorplatten ergab. Raster und Rationalisierung, das interessierte Füeg. Vor zwei Jahren traf ich ihn in seiner Wohnung in Zollikon. Er lief langsam, doch die Augen blitzten. Fortschritt habe er stets als Bereicherung empfunden, zugleich aber auch als Verlust. «Ich habe kein Verhältnis zur Technologie, nur zur Architektur», sagte er. Und wie schade sei es, hätten Farben heute bloss noch Nummern und kaum jemand kenne mehr den Unterschied zwischen Englisch- und Siena-Rot. Füeg war 1921 geboren. Als er eine Hochbauzeichnerlehre machte, hob man...
Baukunst, die bleibt

Ende November starb Franz Füeg im Alter von 98 Jahren. Er schrieb klar und baute meisterhaft, stellte nicht Raster und Rationalisierung, sondern Mensch und Material ins Zentrum.

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