Aus den Resten einer Ausstellungsinstallation baute der neue ETH-Professor Jan de Vylder seine Büroeinrichtung.

Architekturschulen in Bewegung

Die Architekturlehre ist in Bewegung wie schon lange nicht mehr. An der ETH starten drei neue Professoren aus Belgien, St. Gallen leistet sich einen neuen Studiengang. Zum Studienbeginn reisten wir nach Flandern und in die Ostschweiz.


Hönggerberg, Zürich. Der Herbst wirft seine Blätter voraus. Ein weiteres Mal füllt sich das braune HIL-Gebäude mit angehenden Architektinnen und Architekten. Im F-Geschoss hat der Hausdienst es scheinbar nicht geschafft, allen Modellbaumüll zu entsorgen und lagert ihn für alle sichtbar im Glasraum neben dem Lift. Sonderbar, alles ist regelmässig angeordnet. Fast kunstvoll. Ist es doch die Installation eines Künstlers? Weder noch, es ist das Büro des neuen Entwurfsprofessors Jan de Vylder.

OFFICE CARROUSEL GALLERIA nennt er den Raum, in dem sich Holzwinkel zum schrägen Regal fügen und verspiegelte Platten zu Tisch oder Ablage. Es sind die Überreste der gta-Ausstellung CARROUSEL, die vor zwei Jahren und zwei Etagen tiefer de Vylders Genter Büro advvt eingerichtet hat. Nun lehnen die grünen Platten, die damals die HIL-Stützen umhüllten, hier oben an der Wand und die Stahlgestelle, die damals von der Decke hingen, stapeln sich vor dem Fenster zum Gang. Das neue ETH-Büro ist de Vylders Ansage: So etwas wird euch die nächsten 6 Jahre erwarten. DAS lehre ich!

Wie genau Werk und Haltung von advvt aussieht, erzählen wir im Beitrag «Unreine Lehre» auf Hochparterre.ch und im Septemberheft. Für den Beitrag ‹Unreine Lehre› bin ich nach Belgien gereist und habe die drei neuen ETH-Professoren getroffen. Neben Jan de Vylder sind das die Architektin An Fonteyne vom Brüsseler Büro noAarchitecten und Maarten Delbeke, der auf dem Hönggerberg Geschichte und Theorie der Architektur lehrt. Was bauen sie? Was haben sie an der ETH vor? Und warum fahren plötzlich alle auf diese Flamen ab?

Vom fernen Nordwesten in den nahen Osten: St. Gallen leistet sich eine neue Architekturschule, nein, eine ‹Architekturwerkstatt›. Wie sieht der Lehrgang aus, den die Baslerin Anna Jessen dafür konzipierte? Wird dieser der lokalen Baukultur tatsächlich zu neuer Blüte verhelfen? Und müssen dafür andere Fachhochschulen bluten? Marcel Bächtiger recherchierte. Den Beitrag lesen Sie auf Hochparterre.ch und im Septemberheft.

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