Das Fazit des 8. Architekturgesprächs in Einsiedeln: Männer reden. Egal ob jemand zuhört, oder nicht.

Architekturmonologe in Einsiedeln

Das autonome Architekturgespräch sei passé, schrieben wir vor zwei Jahren, nachdem Laurent Stalder das erste Mal die Architekturgespräche in der Bibliothek Werner Oechslin moderiert hatte. Nach dem 8. Architekturgespräch am Samstag müssen wir konstatieren: Das autonome Architekturgespräch ist zurück! Leider.

Das autonome Architekturgespräch sei passé. Das schrieben wir vor zwei Jahren, nachdem Laurent Stalder das erste Mal die Architekturgespräche in der Bibliothek Werner Oechslin organisiert und moderiert hatte. Nach dem 8. Architekturgespräch am Samstag müssen wir konstatieren: Das autonome Architekturgespräch ist zurück! Leider. Den Tag eröffnete das Bild eines Buchumschlags, wie um die Ehrfurcht der Tausenden von Bänden rundum zu unterstreichen: Hier meldet sich nur jemand zu Wort, der das alles gelesen hat! Bei vielen der 15 diskutierenden Köpfe hatte man das Gefühl, sie hielten die Vorstellung irgendeines Empfängers ihrer Vorträge für so unnötig wie ein Kropf. Und: Unter ihnen war gerade mal eine Frau.Dabei begann alles so vielversprechend. Am Vormittag diskutierte man den Umgang mit Bildern im Städtebau. François Charbonnet, Daniel Niggli und Marco Zünd / Ingemar Vollenweider breiteten mit sehr unterschiedlichen Beispielen das Feld aus, auf dem zum Teil trefflich gestritten wurde. «Wem nützt’s?» fragte Hans Kollhoff erst noch erfrischend – um den Rest des Tages auf jeden zu feuern, der irgendwie positiv in die Zukunft des Bauens zu blicken wagte. Städtische Architektur habe einen monolithischen Sockel. Punkt. Auch Stalders kritische Fragen prallten daran ab.Beim anschliessenden Diskussionsblock ‚Architektur’ fehlte die Diskussion. Frank Argast zeigte, wie das Amt für Städtebau Zürich zu verdichten gedenkt, Kollhoff und Vittorio Magnago Lampugnani zeigten ihre Versuche. Die einzige kritische Frage zu ihrem Bild einer heutigen Stadt kam vom Flämischen Baumeister Peter Swinnen – und wurde erst gar nicht verstanden. Das Podium war nicht auf Kontroversen angelegt. Hier verhält man sich vorweihnachtlich freundlich. Gegenbeispiele und ihre Verfasser? Waren in der Stadt geblieben.Der letzte Block weitete das Thema zum ‚Territorium’. Zwar prominent bese...
Architekturmonologe in Einsiedeln

Das autonome Architekturgespräch sei passé, schrieben wir vor zwei Jahren, nachdem Laurent Stalder das erste Mal die Architekturgespräche in der Bibliothek Werner Oechslin moderiert hatte. Nach dem 8. Architekturgespräch am Samstag müssen wir konstatieren: Das autonome Architekturgespräch ist zurück! Leider.

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