Das Hochschul- und Bibliotheksgebäude CINiBA erhielt den Grand Prix als bestes Gebäude Polens des 21. Jahrhunderts.

Architektur mit präsidialem Glanz

Am Tag nach der Verleihung der Hasen in Zürich wurden auch in Warschau die besten Bauten prämiert. Der Grand Prix des polnischen Staatspräsidenten verlieht dem Anlass besonderen Glanz. Hochparterre war dabei.

Am Tag nach der Verleihung der goldenen, silbernen und bronzenen Hasen im Museum für Gestaltung in Zürich wurden auch in Warschau die besten Projekte prämiert – und zwar nicht einfach die Besten von 2012, sondern die Besten des 21. Jahrhunderts. Dafür hatte der Anlass auch präsidialen Glamour: Kein geringerer als Staatspräsident Bronisław Komorowski überreichte den «Grand Prix ‹Życie w Architekturze› (Leben in der Architektur)». Die Architekten Dariusz Herman und Wojciech Subalski (nicht anwesend Piotr Śmierzewski) vom Büro HS 99 durften ihn für den Neubau des Wissenschaftlichen Informationszentrums und der Hochschulbibliothek CINiBA in Katowice (Kattowitz) entgegennehmen.

Bei der siebten Austragung des Preises war die Crème de la Crème der polnischen Architekturszene anwesend. Der Grand Prix des Präsidenten der Republik sowie Preise mehrerer Ministerien wurden dieses Jahr erstmals verliehen; bislang hatte die Veranstaltung im kleineren Rahmen stattgefunden. Ewa Porębska, die Chefredaktorin der Zeitschrift «Architektura Murator», die den Preis ins Leben gerufen hatte, war entsprechend angespannt. Erst am Vorabend um 20 Uhr hatte sie die definitive Zusage von der Kanzlei des Präsidenten erhalten, wie sie mir erzählte.

Die Architekten wussten zwar, welche ihrer Projekte nominiert waren, nicht aber ob sie unter den Preisträgern sind, wie Zbigniew Maćków sagte, der für sein Eisenbahn- und Tramknotenpunkt beim Stadion in Wrocław (Breslau) einen Hauptpreis  entgegen nehmen durfte. Er sei nur angereist, weil er am Vortag zwei Sitzungen in Warschau hatte.

Die Zeremonie selbst ging schnell über die Bühne, doch beim anschliessenden Buffet hatte man genug Zeit, die Ergebnisse zu diskutieren. Spendiert wurde die reichhaltige Tafel übrigens vom ehemaligen Stadtarchitekten Michał Borowski beziehungsweise von seinem Immobilienunternehmen. Dieses war auch der Gastgeber des Anlasses im soeben fertig restaurierten ehemaligen Hotel «Saski».

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