Übrig bleibt ein Stumpf: Im März liess die Stadt Olten über Nacht die Passerelle amputieren, die auf die Dachterrasse des Stadthauses führte. Fotos: Rolf Siegenthaler

Amputiertes Denkmal

«Das Gebäude zählt zu den bedeutendsten Zeugen der Nachkriegsmoderne in der Stadt Olten, wenn nicht im ganzen Kanton Solothurn», schreibt die Gemeinde selbstbewusst auf ihrer Website. Olten ist stolz auf sein Stadthaus von 1966 – und 
saniert es ohne die Denkmalpflege. Ein Schicksal, das 
vielen Bauten aus der Nachkriegszeit droht.

Olten ist stolz auf sein Stadthaus von 1966 – und 
saniert es ohne die Denkmalpflege. Ein Schicksal, das 
vielen Bauten aus der Nachkriegszeit droht.Es passierte bei Dunkelheit im März. Um Mitternacht fuhren die Baumaschinen auf, zerschnitten die Träger und rissen die Passerelle, die das Stadthaus Olten über die Strasse mit dem Schulhaus Hübeli verband, von ihrem Sockel. «Einzigartig!» hatte jemand in grossen, grellen Lettern auf die Brüstung gesprayt und sich gegen den Abbruch gewehrt – vergebens. Dabei stammt das Wort nicht von irgendwem. Als ‹einzigartig› beschreibt die Denkmalpflege des Kantons Solothurn das Stadthaus Olten. 2013 nahm sie das Gebäude mit 200 weiteren Objekten ins Inventar auf und wies ihm das höchste Prädikat zu, vor ‹hervorragend› und ‹bedeutend›.
Die Architekten Willy Frey und Alois Egger hatten das Haus 1966 mit Werner Peterhans erstellt. Ihr Vorbild war kein geringerer als Le Corbusier mit seiner Unité d’Habitation. Über einem flachen Sockelbau stre...
Amputiertes Denkmal

«Das Gebäude zählt zu den bedeutendsten Zeugen der Nachkriegsmoderne in der Stadt Olten, wenn nicht im ganzen Kanton Solothurn», schreibt die Gemeinde selbstbewusst auf ihrer Website. Olten ist stolz auf sein Stadthaus von 1966 – und 
saniert es ohne die Denkmalpflege. Ein Schicksal, das 
vielen Bauten aus der Nachkriegszeit droht.

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