Mit dem Schulhaus in Leutschenbach von Christian Kerez leistete sich die Stadt Zürich herausragende Architektur. Fotos: stadt-zuerich.ch

Am richtigen Ort sparen

Die Stadt Zürich will nicht wahr haben, dass sie teurer baut. Ihre Forderungen aber gehen in die richtige Richtung: Sie will die Kosten für Standards aufzeigen, über Komfortansprüche debattieren und die Umsetzung der Baugesetze hinterfragen. Die Qualität der Architektur steht zu Recht nicht zur Debatte.

In den Studien steht es Schwarz auf Weiss: Ausser bei den Wohnsiedlungen baut die Stadt Zürich «tendenziell teurer» und rechnet mit «deutlich höheren Kosten». Die Stadt will das nicht wahr haben. Sie möchte mit dem Projekt «Kostenklarheit» zwar in die Offensive, doch sie kommuniziert defensiv: «Die Stadt Zürich baut nicht teurer als andere», so ihr Schluss. Allerdings bestelle sie mehr Raum und höhere Standards. Ihre Bauten sind also grösser und aufwändiger, also kosten sie auch mehr Geld. Dass die Stadt das verneint, leuchtet nicht ein, denn die Mehrkosten haben ihre Gründe. Die Zürcher wollen in die 2000-Watt-Zukunft. Doch der Wegzoll dorthin ist nicht gratis. So kostet die Haustechnik bei der Siedlung Kronenwiese pro Wohneinheit 35 Prozent mehr als der Durchschnitt. Grund dafür ist der Standard Minergie-A-Eco, den die Stadt zum ersten Mal anwendet. Sie will künftig besser aufzeigen, welchen Einfluss neue Richtlinien auf das Budget haben. Das ist zu begrüssen, so schafft die Stadt Transparenz.Hauptkostentreiber sind laut Stadtrat André Odermatt der Flächenbedarf und die Nachfrage nach besseren Ausbaustandards. «Darüber müssen wir debattieren», sagt er zu Recht. Die Zürcher sollten sich überlegen, was sie sich leisten wollen. Die Raumprogramme der Stadt sind umfassend. Wie gross ein Pflegezimmer sein soll, wie viele Quadratmeter ein Schüler beanspruchen darf, darüber lässt sich diskutieren. Falls sich die Zürcher weniger leisten wollen, müssen sie das am Anfang eines Projektes entscheiden. Wer während der Planung zusätzliche Zimmer ins Raumprogramm packt, sollte die Schuld für die Mehrkosten nicht den Architekten in die Schuhe schieben. Wer mehr bestellt, bezahlt auch mehr. Ebenfalls richtig ist der Wille der Stadt, den Paragraphendschungel zu durchkämmen. Der Spielraum der Gesetze sollte genutzt werden, um die Kosten zu senken und nicht um aus jedem...
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Die Stadt Zürich will nicht wahr haben, dass sie teurer baut. Ihre Forderungen aber gehen in die richtige Richtung: Sie will die Kosten für Standards aufzeigen, über Komfortansprüche debattieren und die Umsetzung der Baugesetze hinterfragen. Die Qualität der Architektur steht zu Recht nicht zur Debatte.

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