Vorfenster schützen die Öffnungen wie anno dazumal, dahinter wurde alles neu: Spinnereigebäude in der Greencity in Zürich. Fotos: Mike Niederhauser/Losinger Marazzi

Alte Hülle, neuer Kern

Die Spinnerei in der Greencity in Zürich, die derzeit bezogen wird, sieht aus, als wäre seit 1857 nicht viel geschehen. Doch im Inneren machten Zach + Zünd Architekten alles neu.

Von aussen sieht das Spinnereigebäude in der Greencity in Zürich aus, als wäre seit 1857 nicht viel geschehen: Mächtige Mauern, Vorfenster, Biberschwanzziegel auf dem Dach. Doch im Inneren machten Zach + Zünd Architekten alles neu. Hinter der denkmalgeschützten Fassade ersetzten sie die komplette Struktur, da der Dachstuhl eingebrochen und die Substanz nicht mehr zu retten war. Aussen brachten sie einen Putz in alter Manier auf, sie tauschten die Fenster aus und erneuerten das Dach, innen isolierten sie mit Dämmsteinen nach. Zusammen mit Conzett Bronzini Partner planten die Architekten eine Tragstruktur, die die Möglichkeiten offen lässt. Zwischen den drei Treppenkernen überbrücken vorgespannte Längsträger den Raum stützenfrei, dazwischen trägt eine Betonrippendecke. Von der markanten Tragstruktur sieht man allerdings nur Ausschnitte: Die Architekten richteten Loftwohnungen ein, die zum Teil nur vier Meter schmal quer durchs Gebäude verlaufen. Den Ausbau der Wohnungen, die luftige 3.2 Meter hoch sind, bestimmten die Eigentümer selber. Die doppeltgeschossigen Räume unter dem Dach überragen geknickte Binder, die nach alten Plänen gebaut wurden. Vieles neu ist auch im Erdgeschoss, wo messingverzierte Briefkästen, Glasbausteinwände und eine Rundleuchte die Bewohner vornehm begrüssen. An zwei Orten ist die Vergangenheit aber noch präsent. Im Gemeinschaftssaal im ehemaligen Turbinenraum sieht man die historischen Kranbahnen. Im Restaurant am Spinnereiplatz prägen originale Holz-Stahl-Stützen den Raum unverkleidet – möglich, da die neue Betondecke darüber im Brandfall alleine trägt....
Alte Hülle, neuer Kern

Die Spinnerei in der Greencity in Zürich, die derzeit bezogen wird, sieht aus, als wäre seit 1857 nicht viel geschehen. Doch im Inneren machten Zach + Zünd Architekten alles neu.

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