Bauteile auf Umwegen

Im Basler Areal Lysbüchel Süd steht ein weiterer Re-Use-Leuchtturm. Gebaut haben ihn Loeliger Strub mit der Hilfe von Zirkular. Das Besondere am Projekt: die Höhe des architektonischen Anspruchs.

Fotos: Federico Farinatti

Im Basler Areal Lysbüchel Süd steht ein weiterer Re-Use-Leuchtturm. Gebaut haben ihn Loeliger Strub mit der Hilfe von Zirkular. Das Besondere am Projekt: die Höhe des architektonischen Anspruchs.

Zwischen all den feinfühlig-pastelligen oder lehmbeigen Nachbarhäusern legt das Eckhaus einen wunderbar rotzigen Auftritt hin: Dunkle Dachziegel hängen an der Fassade, dazwischen türkisblaue Fensterleibungen und rote Fensterläden. Die Rahmen sind hellblau oder hellrot, Kupferblech schützt, wo nötig, das Holz. Die grauen Eternitplatten im Hofdurchgang werden an der dortigen Fassade hellrot, eingefasst von blauen Holzlatten, gegen Schäden und für Schönheit. Alles an diesem letzten Haus auf dem Areal Lysbüchel Süd ist kontrolliert, doch voller Gestaltungslust. Re-Use ohne Bauteillager Auf dem leeren Grundstück gegenüber ragt die letzte Stütze eines Parkhauses wie ein Totem in den Himmel. Von den abgebauten Betonelementen werden viele nicht zerschreddert, sondern wiederverwendet, zum Beispiel als Wohnhausfassade am anderen Ende der Stadt. Beim Areal Walkeweg stellte Immobilien Basel-Stadt den Wettbewerbsteilnehmern vor drei Jahren einen Katalog von Re-Use-Bauteilen zur Verfügung. So weit war man kurz vorher auf dem Lysbüchel-Areal nicht.   ###Media_2### Als die Stiftung Habitat dort ihren Blockrand mit einem Eckhaus schliessen wollte, hatte sie auch die Idee, Teile des wenige Meter entfernten Parkhauses zu einem Wohnhaus zusammenzusetzen. Im folgenden Auswahlverfahren schrieb die Stiftung Re-Use und Kreislauffähigkeit zentrale Rollen zu – wie und wie viel, gab sie jedoch nicht vor. Die drei beteiligten Büros (Büro in situ und Gschwind aus Basel, Loeliger Strub aus Zürich) sollten ihren eigenen Zugang zum Thema finden, wobei das Büro in situ die Parkhausidee von Habitat aufnahm. Den Zuschlag erhielten jedoch die Zürcher – und sie bekamen Zirkular, ein In-situ-Spin-off, zur Seite gestellt. Als frisch gegründetes Re-Use-Fachplanungsbüro arbeiteten die Zweitplatzierten also mit den einstigen Wettbewerbsgegnern zusammen. Loeliger Strub wiederum – und das mac...

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