100 Jahre Letzigrund: Das schönste Stadiondach der Welt

Das Stadion Letzigrund feiert den 100. Geburtstag. 2007 erzählte Benedikt Loderer die verworrene Geschichte des für die EM 2008 umgebauten Stadions. Wir haben sie aus dem Archiv geholt.

Fotos: Alexander Jaquemet

Das Stadion Letzigrund feiert den 100. Geburtstag. 2007 erzählte Benedikt Loderer die verworrene Geschichte des für die EM 2008 umgebauten Stadions. Wir haben sie aus dem Archiv geholt.

Am 30. August 2007 wurde das neue Stadion Letzigrund in Zürich eingeweiht. Damit fand eine verworrene Geschichte ihren vorläufigen Abschluss. In seiner Architekturkritik schreibt Benedikt Loderer: «Doch die Frage bleibt: Wie viele Stadien braucht die Stadt? Ein polysportives oder eines für Fussball und eines für Leichtathletik? Man plante erst eines, dann zwei, und baute nur eines. Eines mit dem schönsten Stadiondach der Welt.» Am 20. September 2025 feiert die Stadt Zürich 100 Jahre Stadion Letzigrund. Zu diesem Anlass holen wir Loderers Geschichte aus dem Archiv.   Das neue Stadion Letzigrund ist kein Gebäude, eher eine Skulptur, keine Arena, eher ein ausgetrockneter Kratersee. Es besteht aus zwei Teilen, dem archaischen und dem technoiden. Archaisch ist der weite Trichter des Spielfelds mit den Sitzstufen, wie wenn ein pharaonisches Sklavenheer eine ovale Grube ausgehoben und die Erde auf einer Längsseite zu einem Hügel aufgeschüttet hätte. Darüber schwebt der Ring des Dachs, der technoide Anteil, makellos, den Hügel in einem Respektabstand begleitend. Mit elegantem Schwung fliesst er über den Hügelrücken hinweg, steigt und sinkt mühelos. Die geknickte Untersicht, mit Holzlatten fein schraffiert, verbirgt die Konstruktion. Der Ring steht auf unerklärlich schiefen, seltsam verdrehten Stützenpaaren, doch ist nicht abzuschätzen, warum er da oben schweben bleibt. Am Dachrand stehen die nach aussen geneigten Beleuchtungsmasten, eine Krone von technischen Doldengewächsen.  ###Media_2### Sieht man genauer hin, so entdeckt man die Rampe. Sie ist das Erschliessungsband, das um das ganze Stadion geschlungen ist. Von aussen und von hinten betrachtet zieht die lang gestreckte Brüstung ihre Bewegung nach. Sie beginnt auf der Höhe der Quartierstrasse, steigt zwei Geschosse und sinkt wieder aufs Umgebungsniveau. Darunter im Hügel liegen alle notwe...

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