Verkauf des Unterengadins
Im Unterengadin fehlt Erstwohnraum: Einheimische müssen Luxusresidenzen weichen, das Dorfleben verkümmert. Ein Roman spricht über den Schmerz, wenn die Heimat zerfällt.
Im Roman ‹Nebelflüchtige› beschreibt die Unterengadiner Schriftstellerin Flurina Badel den Moment, in dem es für einen keinen Platz mehr hat im Heimatdorf. Protagonistin Aita hat das Unterengadin verlassen und in Wien ein neues Leben angefangen. Als sie nach dem unerwarteten Tod ihrer Mutter ins Bergdorf zurückkehrt, hat sich vieles verändert: Die Engadiner Häuser werden zu horrenden Preisen als Zweitwohnungen verkauft, Einheimische müssen weichen. Mit ihnen verschwindet ein Teil des Dorflebens, die Kultur und die Sprache. Während Aitas Brüder vom Luxusimmobilienmarkt profitieren möchten, kämpft ihr Schulfreund Luis gegen die Transformation zum leblosen Feriendorf an. Das rätoromanische Erstlingswerk über den Schmerz am Verlust des eigenen Dorfes, mit dem Badel den Bündner Literaturpreis 2025 gewonnen hat, erscheint im März 2026 unter dem Titel ‹Nebelflüchtige› auf Deutsch.
Roman ‹Nebelflüchtige›
Flurina Badel
Aus dem Rätoromanischen von Ruth Gantert
Rotpunktverlag, Zürich
Erscheint am 4. März 2026