Nüchterne Frische
Für das Wohnhaus ‹Deux chevaux› im Basler Quartier Lysbüchel Süd haben Kollektive Architekt Normen und Gesetze ausgereizt und um jeden Zentimeter gefeilscht.
«Erst einmal ermöglichen», schreiben Kollektive Architekt über ihr Wohnhaus im Basler Quartier Lysbüchel Süd: Geschossplatten, Treppe und Lift, vier Stützen, zwei Brandwände. In dieser pragmatischen Struktur haben sie sparsam und kompakt Wohnungen organisiert. «Der Rest ist Bekleidung» – die der Nüchternheit des Inneren Ausdruck verleiht: Holzständerfassade, Stahlbalkone, davor Bänder aus Eternitwellen, die keck ihren Saum lüpfen. Als eine Art Brise Soleil schützen sie die Rollen der Holzsonnenstoren vor dem Wetter und erweitern das Innere um eine schmale Schicht nach aussen – baurechtlich sind sie Fassadenschmuck und dürfen daher die Baulinie überragen. Den Namen ‹Deux chevaux› verdankt das Haus mit neun Genossenschaftswohnungen auch diesen Streifen, die an den Kühlergrill der legendären ‹Ente› von Citroën erinnern.
Wohnhaus ‹Deux chevaux›, 2022
Lothringerstrasse 166, Basel
Bauherrschaft: Genossenschaft Cohabitat, Basel
Architektur: Kollektive Architekt, Basel
Baumanagment: Büro für Bauökonomie, Basel
Auftragsart: Studienauftrag, 2018
Baukosten (BKP2): Fr. 3,4 Mio.
