Holz statt Blumen
Rolf Mühlethaler Architekten bauen in Langenthal anstelle eines Gärtnereibetriebs ein Wohnhaus aus Holz. An die frühere Nutzung erinnern der Name und zwei Gewächshäuser im Garten.
Generationen von Langenthalern haben in der Blumenhalle Häusermann eingekauft. Nun ist das Familienunternehmen vor die Stadt gezogen und hat zum Gruss zwei Gewächshäuser hinterlassen. Als Teil des Aussenraums eines Neubaus decken sie Brunnen und Sandkasten. Dass er mit 25 Mietwohnungen fast völlig aus Holz besteht, daraus macht dieser Neubau keinen Hehl: An den Längsseiten wendet sich das Haus mit tiefen Loggien zum Aussenraum dahinter und mit ebenso tiefen Laubengängen auch zur Strasse, wo ein baumbestandener Bereich die Vorgärten der Nachbarn aufnimmt. Die Konstruktion bestimmt den Ausdruck: Holzstützen, Holzzangen, Holzbalken – allein die Bodenplatten darauf sind aus dünnem Beton, und ganz oben bilden die Wellen eines Faserzementdachs den Abschluss. Trotz gleicher Konstruktion erscheinen die beiden Seiten unterschiedlich: Die Loggien der einzelnen Wohnungen sind durch Holzwände voneinander getrennt, der durchgehende Laubengang hat aus Brandschutzgründen keine sägeraue Holzschale wie die anderen Fassaden, sondern graue Zementfaserplatten.
Laubenhaus Blumenhalle Häusermann, 2024
Wiesenstrasse 25, Langenthal BE
Bauherrschaft: Blumenhalle Häusermann, Langenthal
Architektur: Rolf Mühlethaler Architekten, Bern
Auftragsart: Direktauftrag
Holzarbeiten: Schaerholzbau, Altbüron
Tragwerksplanung: Schaerholzbau; B3 Kolb, Biel
Gesamtkosten (BKP 1–9): Fr. 8,9 Mio.
Baukosten (BKP 2/m3): Fr. 880.—