Rosengartentunnel: eine Alternative

Mit 1,1 Milliarden sollen am Rosengarten in Zürich ein Tunnel und ein Tram gebaut werden. Der Planer Hugo Wandeler und der Ingenieur Peter Spacek sagen, wie es anders geht.

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19.12.2019 15:23

Mit der Umgestaltung in eine vierspurige Autostrasse ist die ursprüngliche Hauptachse des Quartiers Wipkingen zu einem fast unüberwindlichen Verkehrsstrom geworden: zu Fuss kann diese Strasse nur durch drei Unterführungen und über eine hohe Brücke überquert werden, mit dem Auto nur über die Rosengartenbrücke. Die täglich 56‘000 Autos belasten vor allem die Wohnhäuser auf der Nord-Westseite der Strasse, deren Wohnräume direkt den Immissionen des Verkehrs ausgesetzt sind. Dieses Problem will das offizielle Projekt mit einem 1,5 Kilometer langen Auto-Tunnel lösen. Geplant ist zudem das Rosengartentram. Am 9. Februar wird der Kanton Zürich darüber abstimmen. Um eine innerstädtische Strasse von 750 m Länge zu ersetzen, ist ein solcher Ausbaustandard jedoch nicht zwingend. Und es gibt ein weiteres Problem: Im Abschnitt vom Bucheggplatz zum Milchbuck wird die Bucheggstrasse zwischen zwei Rampen auf rund 165 m Länge oberirdisch geführt. Dafür sieht das offizielle Projekt einen 800 m langen zweistreifigen Tunnel vom Milchbuck zum Bucheggplatz vor. Auch dieses Problem lässt sich im bestehenden Strassenraum lösen: Der Baulinienabstand reicht aus, um die Strasse an Ort im Tagbau tieferzulegen. Oberirdisch bleibt eine beruhigte Quartierstrasse und ausreichend Platz für das Tram.

Hugo Wandler ist  dipl. Architekt ETH/SIA, Planer FSU.  hugo.wandeler@bluewin.ch Peter Spacek ist Professor. em. ETH für Verkehrsingenieurwesen. spacek@ivt.baug.ethz.ch