IPA statt IBA

Wurde im Rahmen der IBA Basel 2020 zu wenig gebaut? Die Bauausstellung war eher Internationaler Planungsalltag. Sie kurbelte den Dialog und die Planung ohne Grenzen an.

Text: Rahel Marti
Fotos: Roland Schmid
04.05.2021 08:51

War da was? Das Interesse an der IBA Basel 2020 verpuffte in den letzten Jahren, nachdem sie 2010 enthusiastisch gestartet war: Als erste internationale Internationale Bauausstellung (IBA) und als erste mit Schweizer Beteiligung (siehe Hochparterre 6–7/12). Heute ist, wer nicht beteiligt war, mehrheitlich ahnungslos, ob etwas entstanden ist und was ausgestellt wird, wenn die IBA Basel 2020 im Mai und Juni 2021 ihre Schlussanlässe feiert – wegen Corona ein Jahr verspätet. Und da Ahnungslose gerne skeptisch sind, bekommen die Verantwortlichen zu hören, es sei zu wenig gebaut und sichtbar geworden im Rahmen dieser IBA.

Die IBA Basel 2020
Um die Basler Agglomeration in der Raumplanung zu unterstützen, startete 2010 eine Internationale Bauausstellung (IBA) als übergeordnete Projektorganisation. Im Gegensatz zu anderen IBAs überspannte sie drei Länder und eine EU-Grenze und führte das in Deutschland geprägte Planungsinstrument IBA in die französische und schweizerische Raumentwicklung ein. Nach einem öffentlichen Aufruf wurden Ideen und Vorhaben geprüft, ausgewählt und entwickelt. Zwanzig Projekte erhielten schliesslich das IBA-Label.
Vor einem Jahr wäre die IBA Basel mit einem Bouquet von Führungen und Diskussionen zu Ende gegangen. Der pandemische Abschottungszwang war ein herber Schlag. Nun soll sie doch noch gefeiert werden. Im ‹Dome› auf dem Vitra-Gelände in Weil am Rhein hat die IBA Basel Expo 2020 eine Schau mit einer Auswahl der entstandenen Projekte vorbereitet. Allerdings konnte sie wegen der Pandemie noch nicht wie geplant am 1.Mai eröffnet werden.

Erstes Zeugnis
Schon zum Abschluss der IBA Basel 2020 liegt ein Bericht zu ihrem Ausgang vor. Er ist eine Selbsteinschätzung, denn befragt wurden nur an IBA-Projekten Beteiligte. Analysiert werden die einzelnen Projekte ebenso wie die Arbeit des IBA-Büros. So fasst der hier abgebildete ‹Kompass zur Raum- und Lebensqualität› den Ertrag aller IBA-Projekte zusammen. Als wichtigsten Beitrag der IBA wird das Fachwissen der Geschäftsstelle gewertet, gefolgt vom Effekt der IBA als Label und gemeinsame Plattform. Damit zeigen sich auch unsichtbare Resultate. Die Analyse schliesst mit zehn Thesen zum Ergebnis der IBA und Empfehlungen, wie deren Errungenschaften andauern können.

Wirkungsanalyse IBA Basel
Im Auftrag von IBA Basel 2020 und Bundesamt für Raumentwicklung. Agnes Förster, Katharina Frieling, Fee Thissen, RWTH Aachen, 2020. Zur IBA Basel 2020 erscheint in Kürze auch eine umfassende Dokumentation in Buchform. www.iba-basel.net