Auftritt vor Publikum: Im August 2023 wurde im Roten Turm auf dem Julierpass das Projekt ‹Ospizio› präsentiert.
Auftritt vor Publikum: Im August 2023 wurde im Roten Turm auf dem Julierpass das Projekt ‹Ospizio› präsentiert.

Eine nicht zu Ende gedachte Idee

Origen schlägt mit ‹Ospizio› einen dauerhaften Theaterturm auf dem Julierpass vor. Warum dieses Konzept nicht schlüssig ist, erläutern acht Argumente entlang des ‹Davos Qualitätssystem für Baukultur›.

Text: Stefan Kurath
Fotos: Nova Fundaziun Origen, Benjamin Hofer
05.02.2024 08:00

Das Kulturfestival Origen in der Bündner Gemeinde Surses folgt einem markanten Anspruch: «Origen braucht kein Theaterhaus, keine Kellerbühne, kein Werkstattlabor, keinen Operntempel, kein Tanzhaus. Origen spielt in der Welt. Die Welt ist Bühne, sagt Shakespeare. Origen ist Welttheater», heisst es auf der entsprechenden Website. Dienten zunächst die Burg und eine umgebaute Scheune als Aufführungsorte in Riom, wurden mit der Zeit weitere historische Bauten saniert und zu Bühnen, Werkstätten, Büros und Probesälen umfunktioniert oder als Hotels und Gasthäuser wiederbelebt. Wer durch die Bergdörfer Riom und Mulegns geht, nimmt einen sorgfältigen Umgang mit Ortsbild und Kulturerbe wahr.

Die Idee ‹Ospizio›
Im August 2023 hat Origen das neuesteProjekt ‹Ospizio› vorgestellt. Gemäss dem ersten, groben Entwurf soll auf den inzwischen abgebrochenen Roten Turm ein dauerhafter Theaterbau auf dem Julierpass folgen. Vorgesehen ist ein 55 Meter hoher Turm für 200 Besucherinnen und Besucher, der 25 Millionen Franken kosten soll. «Diese Eckpunkte werden sich im gestalterischen Prozess noch substanziell verändern», teilt Origen mit.
Konzept und Entwurf: Giovanni Netzer
Mitarbeit am Entwurf: Daniele Steiner
Modellbau: Peider Müller, Linard Müller

Mehr zum ‹Davos Qualitätssystem für Baukultur›.

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