Die Zerteilung: Innovationspark (grün); Baufelder 1. Etappe (schwarz); Luftwaffe (gelb); Zivilaviatik (lila) mit geplanten Neubauten (rot); Skyguide (blau); Plan: Div. Quellen, Bearbeitung Hochparterre
Die Zerteilung: Innovationspark (grün); Baufelder 1. Etappe (schwarz); Luftwaffe (gelb); Zivilaviatik (lila) mit geplanten Neubauten (rot); Skyguide (blau); Plan: Div. Quellen, Bearbeitung Hochparterre

Die Planung, ihr Recht und seine Auslegung

Im Juli hob das Zürcher Verwaltungsgericht den Gestaltungsplan für den ‹Innovationspark› auf. Der Kanton Zürich war planerisch in den Senkel gestellt. Wie konnte das passieren? Eine Analyse.

Text: Rahel Marti
18.09.2020 12:07

Eine Forschungs- und Produktionsstadt, und mitten hindurch fährt die Glattalbahn: Der ‹Innovationspark› in Dübendorf ist das Prestigeprojekt der Zürcher Raumplanung. Die erste Etappe misst stolze 36 Hektar, total sind gar 70 Hektar vorgesehen. Nach politischen Beschlüssen, einer Testplanung, einer städtebaulichen Studie, einer Gebietsplanung, einem Richtprojekt und mehreren Gutachten – darunter ein vernichtendes der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege, aufgrund dessen die Nutzfläche um zehn Prozent verkleinert werden musste – liegt 2015 der kantonale Gestaltungsplan für die ersten 36 Hektaren vor. Ein planerischer Kraftakt mündet in ein Dokument von 489 Seiten, in dem nichts zu fehlen scheint. Fünf Jahre später, im Juli 2020, erwachen die Verantwortlichen jedoch böse: Das Zürcher Verwaltungsgericht lässt den Gestaltungsplan nicht gelten. Viel Arbeit und Müh’ scheint für die Katz. Zürich muss zurück auf Feld eins.

Fünf Innovationspärke
‹Switzerland Innovation› will Hochschulen und Unternehmen vernetzen: Was die einen erforschen, sollen die anderen in verkäufliche Produkte umsetzen. Um diese Zusammenarbeit zu beschleunigen, brauche es räumliche Nähe, so die Hypothese. Das Gesetz zur Förderung der Forschung und der Innovation von 2012 ermöglicht es dem Bund, ‹Switzerland Innovation› mit Grundstücken und Geld zu fördern. Trägerschaft ist die gleichnamige Stiftung, deren Präsident der Zürcher Ständerat und Unternehmer Ruedi Noser ist, Vater der Innovationspark-Idee.
Fünf Standorte sind aktiv: ein Park beim Paul-Scherrer-Institut (PSI) im Aargau, wo ein 2,3-Hektar-Campus aus dem Boden gestampft wird, der Park Biel, der Park Basel Area, das Network West EPFL sowie Dübendorf-Zürich. Die Schwerpunkte reichen von Biotech und Biomedizin in Basel über Industrietechnologie in Biel bis zur Material- und Energieforschung beim PSI. In Dübendorf hat die ETH zwei Hangars übernommen, die Uni Zürich soll folgen. Ansiedeln möchte man Robotics und Mobility, Medizintechnik und Big Data, Raum- und Luftfahrt sowie Materialwissenschaft und -technologien.

Quellen Pläne und Abbildung: © CNES, Spot Image, swisstopo, NPOC; Ausschreibung ziviler Flugplatzhalter Dübendorf, 2013; kantonaler Gestaltungsplan; Raumbeobachtung Glattal-Stadt, Planpartner
Verfasser Richtprojekt: Hosoya Schaefer, Vogt, IVB Hüsler, Keeas Raumkonzepte.

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