Die Genfer Vision
Gemeinschaftlich planen, um dann zusammenzuarbeiten – der grenzüberschreitende Zukunftsentwurf für die Grossregion Genf ist fast vollständig. Eine Zwischenbilanz.
«Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen», so ein Bonmot des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Schmidt. In der Raumplanung ist das anders. Da ist Hellsicht hilfreich. Es braucht ein Zielbild für die zukünftige Entwicklung einer Region, um das Geflecht der Ansprüche und Planungen ordnen zu können. Und das geht nicht ohne Couch und Denkfreiheit. Genf hat die Analyse gewagt und legt die in einem langen Prozess gemeinschaftlich erarbeitete ‹Vision territoriale transfrontalière› (VTT) vor. Ausgangspunkt war die Frage: Was fehlt der Region Genf? Die Kantonsplanerin Ariane Widmer, die seit 2019 im Amt ist, stellt fellt: So wie bisher könne es nicht weitergehen. «Wir brauchen ein Werkzeug, um die ökologische Transformation der Region planen zu können.»
Eine grenzüberschreitende Vision
Die Stadt Genf hat eine Agglomeration, die sich über den Kanton hinaus ausdehnt. Viele städtische Ballungsgebiete sind grösser als die Gebietseinheiten, in denen dieselben Planungsregeln gelten. Aber Genf ist komplexer: Der Kanton ist auf fast allen Seiten von französischem Gebiet umgeben, nur ganz im Osten grenzt er an die Waadt. Das bedeutet: Planung in Genf soll und muss Grenzen überschreiten, damit das 2022 festgelegte politische Ziel der ökologischen Transformation für die ganze Agglomeration erreicht werden kann. Der Kanton Genf verfolgt dieses Ziel im Rahmen der ‹Vision territoriale transfrontalière› (VTT). Seit 2020 wird daran gearbeitet, gemeinsam mit Fachexpertinnen, Politik, Verwaltung und Bürgern. Zurzeit läuft die Vernehmlassung, im Herbst 2024 soll die Vision stehen.
Vision territoriale transfrontalière
2020–2024
Bauherrschaft: Département du territoire de la République et Canton de Genève
Bauherrenvertretung: Passagers des Villes, Lyon (bis Juni 2023)
Urbaplan, Lausanne und Genf (seit Oktober 2023)
Beteiligte Regionen: Kanton Genf, Région de Nyon, Pôle métropolitain du Genevois français
Planungsteams
PACA Jura: Urbaplan, Interland, 6-t, Marine Villaret, Lemon Consult, Citylog, GE-21
PACA Rhône: Güller Güller, Van de Wetering, Base, mrs partner, Linkfabric, Tribu, David Martin
PACA Arve: AREP, Taktyk, Arx iT, Mobil’homme, Kaleido’scop, Sorbonne Université
PACA Chablais: Studio Paola Viganò, Citec, Wüest Partner
Vorstudien
Strategische Umweltplanung für VTT: Urbaplan, Soberco Environnement
Umwelt, Bevölkerungsdynamik und Aufnahmekapazität: 6-t, Urbaplan
Mobilitätsstrategie 2050: Transitec, mrs partner, CBRE
Beteiligungsverfahren
Groupement Partage (bis September 2022), Missions Publiques
