Die Serpentine beim Tschuggen gehört zu den prägendsten Abschnitten der Flüelapasstrasse. Sie soll begradigt uns also zerstört werden.
Die Serpentine beim Tschuggen gehört zu den prägendsten Abschnitten der Flüelapasstrasse. Sie soll begradigt uns also zerstört werden.

Die Flüela-Strasse retten!

Der Kanton Graubünden will für die rassigen Autofahrer die Flüela-Strasse beim Tschuggen begradigen. Und also ein Kulturgut zerstören. Dagegen müssen wir uns wehren!

Text: Ludmila Seifert
Fotos: ETH Zürich Bildarchiv
16.04.2022 11:13

In Graubünden spielte der Bau und Unterhalt von Wegen und Strassen immer schon eine grosse Rolle. Die schwierige Topografie der Gebirgsgegend stellte dabei stets eine besondere Herausforderung dar und führte zu Aufsehen erregenden Ergebnissen. Im 19. Jahrhundert entstand im damals noch jungen Kanton ein dichtes Netz an mit Frachtwagen und Postkutschen befahrbaren «Kunststrassen» – ein epochales Werk und eine ingenieurtechnische Meisterleistung, die noch heute staunen macht. Viele der damals errichteten Bündner Strassen sind im Inventar der historischen Verkehrswege der Schweiz IVS als Baudenkmäler von nationaler Bedeutung klassiert. So auch die Flüelapassstrasse, welche die Landschaft Davos mit dem Unterengadin verbindet.

Die Kunsthistorikerin Ludmila Seifert ist Geschäftsleiterin des Bündner Heimatschutzes.