Alles fährt Auto
Die Wintersportorte Davos Dorf und Celerina bauen ihre Bahnhöfe aus und verbessern das ÖV-Angebot. Gleichzeitig planen sie mehrere hundert neue Parkplätze.
Sind Sie diese Saison bereits Ski fahren gegangen? Falls ja, dann vermutlich mit dem Auto. Denn so machen es fast alle. Kein Buckeln, kein Frieren, kein Skischuhstaksen von und zu entfernten Bushaltestellen oder Bahnhöfen. Es ist, als sei das Auto wie für Skifahrerinnen und Skifahrer gemacht. Und das ist ein Problem. Denn es ist die Autofahrt, die an einem Skitag am meisten CO2 ausstösst.
Mit der Bahn zur Bahn – hier geht's
Diese Gemeinden machen es vor: Am Bahnhof Klosters Platz GR nehmen die Skigäste die Unterführung und stehen sogleich vor der Gotschnabahn. In Arosa GR gelangen die Wintersportlerinnen über eine Rolltreppe vom Perron via Passerelle in wenigen Schritten zur Luftseilbahn Richtung Weisshorn. Am Bahnhof Scuol GR gehts auf dem verlängerten Perron direkt zu den Bergbahnen Motta Naluns. In Unterterzen SG fährt die S-Bahn direkt bis zur Gondelbahn Seejet, in Andermatt UR steht man am Ende der Bahnhofsunterführung vor der Talstation des Gütsch-Express. Und auch in Davos Platz sind es nur wenige Schritte vom Bahnhof zur Jakobshornbahn.
Was in Davos Dorf geplant ist, hat Fiesch VS realisiert: Der Bahnhof wurde 400 Meter versetzt und mit einer neuen Gondelbahn sowie dem Postauto-Terminal verbunden – der vorbildliche Verkehrsknoten erhielt 2020 den Schweizerischen Mobilitätspreis Flux. Den bekam 2021 auch das Grindelwald Terminal, das ebenfalls Bahn und Bergbahn verbindet – jedoch auf einem Parkhaus mit 1000 Plätzen steht.
Angaben zu den Planungen
Neugestaltung Ortszentrum Davos Dorf
Projektträgerin: Gemeinde Davos, Rhätische Bahn, Davos Klosters Bergbahnen, Immobiliengenossenschaft Konsum Davos
Auftragsart: Offener, anonymer, einstufiger städtebaulicher Ideen- und Projektwettbewerb 2022
Planung: Arge Bearth & Deplazes Architekten, Chur; Marques Architekten, Luzern; Hager Partner, Zürich; Emch + Berger WSB, Emmenbrücke LU
Hochparterre Wettbewerbe 5 / 2022 dokumentiert den Wettbewerb.
Gestaltung Dorfzentrum, Celerina
Projektträgerin: Gemeinde Celerina
Auftragsart: Projektwettbewerb im selektiven Verfahren, 2019
Planung: Tschumi Landschaftsarchitektur, Pfaffhausen ZH, Metron, Brugg AG, Ruch & Partner, St. Moritz GR; Art Light, St. Gallen
Planung Pradè, Bahnhof und Cresta Palace, Celerina
Partner: Rhätische Bahn, Engadin St. Moritz Mountains, Fortimo, Cresta Palace
Auftragsart: Studienauftrag, 2022
Planung Resort Pradè und Bahnhof: Boltshauser, Zürich; Bütikofer Schaffrath, Chur; Hartmann & Monsch, Parpan GR
Planung Erweiterung Cresta Palace: Pablo Horvath, Chur GR (Studie), Tilla Theus und Partner, Zürich (Projekt)