Die Transformation des Flugplatzes Dübendorf geht in die nächste Runde.
Die Transformation des Flugplatzes Dübendorf geht in die nächste Runde.

Abheben in Dübendorf

Die Transformation des Flugplatzes Dübendorf geht voran: Der Zürcher Kantonsrat hat zwei Kreditvorlagen für die Entwicklung des Innovationsparks sowie die Planung des künftigen Flugbetriebs verabschiedet.

Text: Gabriela Neuhaus
Fotos: Sophie Stieger
29.11.2022 12:26

Die Zukunft des Flugplatzes Dübendorf beschäftigt die Politik seit Jahren. Seit der Bund 2005 die Einstellung der Kampfjetflüge in Dübendorf angekündigt hat, gab es unzählige Visionen, Ideen und Querelen um die Zukunft des 230 Hektar grossen Areals. Fast auf den Tag ein Jahr nachdem der kantonale Gestaltungsplan für den Bau eines Innovationsparks per Bundesgerichtsentscheid in Kraft gesetzt worden ist, hat das Projekt eine weitere Hürde genommen: An seiner Sitzung vom Montag, 28. November, hat der Kantonsrat einen Kredit in der Höhe von 97,45 Millionen Franken gesprochen, für die Finanzierung von Erschliessungsinfrastruktur und ein Darlehen an die IPZ Property, welche die Gebäude des Innovationsparks erstellen und betreiben wird.

Wie bereits in der Spezialkommission, beantragten die Grünen die Streichung dieses Darlehens in der Höhe von 44 Millionen Franken, mit der Begründung, dass es nicht Aufgabe des Staates sei, das private Projekt «Innovationspark» in diesem Ausmass finanziell zu unterstützen. Sie fanden mit ihrem Antrag jedoch ebenso wenig Gehör wie die oppositionellen Stimmen einzelner SVP-Kantonsräte, die sich grundsätzlich gegen das Projekt stellten. Die Ratsmehrheit folgte den Argumenten für den Innovationspark, die Rede war von hochwertigen Arbeitsplätzen, einem neuen Stadtquartier, internationalem Renommée und finanziellem Gewinn. Der Kredit wurde schliesslich mit 142 zu 23 Stimmen deutlich angenommen.

Maximal 20'000 Flugbewegungen pro Jahr
Auch beim zweiten Geschäft zum Flugplatz Dübendorf standen die Grünen in Opposition zur Ratsmehrheit. Dabei ging es um die Grundsatzfrage, ob und in welchem Umfang in Dübendorf weitergeflogen wird. Während sich die Grünen und die Alternative Liste AL für die Einstellung des Flugbetriebs stark machten, wollen der Regierungsrat, die Standortgemeinden sowie die am Innovationspark beteiligten Hochschulen die Piste als «Forschungs-, Test- und Werkflugplatz» weiter betreiben. Der Regierungsrat beantragte deshalb einen Planungskredit in der Höhe von 8,2 Millionen Franken, um ein Konzept zu erarbeiten, das grundlegende Fragen zur Trägerschaft und zum künftigen Betrieb klären soll. Dazu gehört unter anderem eine Beschränkung auf maximal 20'000 Flugbewegungen pro Jahr. Auch dieser Kredit erhielt mit 131 zu 23 Stimmen eine klare Zustimmung.

Damit hat der Kantonsrat sowohl für Abklärung zugunsten eines weiteren Flugbetriebs in Dübendorf wie fürs Vorwärtsmachen mit dem Innovationspark grünes Licht gegeben – beide Kreditvorlagen unterliegen jedoch dem fakultativen Referendum. In einer Woche steht im Kantonsparlament zudem noch der Richtplan zur Debatte, der die Grundlage für die künftige Zufahrtsstrasse und die Verlängerung der Glatttalbahn bildet. Nach der gestrigen Debatte und dem deutlichen Votum für den Innovationspark, dürfte dieser ohne grosse Diskussionen gutgeheissen werden.

Parallel zum politischen Prozess nimmt der Innovationspark auf dem Areal bereits heute Schritt für Schritt Formen an: Längst haben sich in den alten Hangars die ETH und die Universität Zürich mit zahlreichen Forschungsprojekten und Start-Ups niedergelassen. Mit der Aufhebung der Baublockade durch das Bundesgericht Ende November 2021 ist der Weg frei für erste Neubauten. Aktuell läuft dafür ein Wettbewerb, zu dem die Arealentwicklerin IPZ Property renommierte Büros aus dem In- und Ausland sowie drei Büros junger Architektinnen und Architekten eingeladen hat.

Mehr über die Weiterentwicklung auf dem Flugplatz Dübendorf lesen Sie im Hochparterre-Themenheft und auf der Themenwebsite ‹Dübendorf wächst›.

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