«Wie unterwürfig kann man
eigentlich Herzog & de Meuron
befragen?»

Die WOZ basht das Interview der ‹NZZ am Sonntag› mit HdM. Ausserdem in der Presse: die Zürcher Rosengartenstrasse, der St. Galler Marktplatz und Berns Kinderspielplätze.

Text: Urs Honegger
Fotos: Derek Li Wan Po
16.11.2023 10:46

In der Rubrik ‹Im Affekt› kritisiert die WOZ das Interview in der letzten Ausgabe der ‹NZZ am Sonntag› mit Jacques Herzog und Pierre de Meuron, in dem die Architekten [...] «zuverlässig Kalendersprüche liefern» wie «Um Schönheit muss man ringen» und «Architektur ist immer mehr als ein Gebäude». «Während man sich noch wundert, wie unkritisch und unterwürfig man fragen kann, steigt eine Erinnerung auf», schreibt die WOZ und erinnert an die Affäre um den «Maid Room» – vier Quadratmeter grosse, fensterlose Angestelltenzimmer in von HdM geplanten Luxuswohnungen in Beirut. Damals hätten die Basler Architekten kritische Fragen nicht beantwortet und verlauten lassen: «Der Einfluss des Architekten sollte nicht überschätzt werden.» Die WOZ stellt diesem Zitat eines aus dem aktuellen Gespräch mit der ‹NZZ am Sonntag› gegenüber, in dem Jacques Herzog sagt: «Ein guter Architekt macht das Leben für die Menschen besser.» «Die Anschlussfrage wäre aus der Perspektive des ‹Maid Room› einfach zu finden gewesen», meint die WOZ. Erhellend sei dagegen die Antwort auf die Frage, warum es «so viel architektonische Hässlichkeit» gebe: «Weil die meisten Bauten einem speditiven Profitdenken gehorchen müssen.»

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